Das vielbeklagte „Wirtshaussterben“ ist spätestens seit März 2020 endgültig in aller Munde: Die pandemiebedingte Schließung des Lieblingswirtshauses, des Ausflugsbiergartens oder des liebgewonnenen Stehausschanks machte schnell klar, wie viel die Wirtshauskultur zur bayerischen Lebensqualität beiträgt!

Schon seit Ende der 1960er Jahre werden die klassischen Wirtschaften im Freistaat immer weniger, Dorfgemeinschaften verlieren ihren Mittelpunkt. In letzter Zeit verschärfte sich das dramatisch –schon lang vor Corona. Stichworte sind Bürokratie, Personalmangel oder verändertes Freizeitverhalten. Die Pandemie brachte dann auch etablierte Wirtinnen und Wirte in Not.

Die Entwicklung ist nicht neu: Seit Ende der 1960er Jahre geht die Zahl der Wirtshäuser in Bayern zurück. Die zentrale Inszenierung der Ausstellung, die „Explosion“ eines Wirtshauses, verdeutlicht dies besonders eindrucksvoll. Das Flaschenbier im Getränkemarkt, die Bewirtung im Vereinsheim, die wachsenden bürokratischen Vorschriften, die Konkurrenz von Systemgastronomie und Schnellimbissen und vieles andere belasteten die Wirtinnen und Wirte zunehmend. Freilich haben es auch viele Gastronomen verschlafen, traditionsbewusst mit der Zeit zu gehen. Zerreißt es das bayerische Wirtshaus bald endgültig?

Die Bayernausstellung erkundet die Entwicklung von der römischen Taverne über das gemütliche Wirtshaus bis hin zum pompösen „Bierpalast“. Bayerische Brauereien machten die Wirtshauskultur um 1900 auf den Weltausstellungen international berühmt. Ohne tüchtige Wirte, fleißige Kellnerinnen und eigentümliche Stammgäste wäre all das nicht möglich gewesen! Aber wir schauen auch auf den harten Alltag der Bedienungen, die Armut der Kleinhändler, Raufereien, politische Gewalt und die Folgen übermäßigen Alkoholkonsums.

Mit vielen aussagestarken Originalexponaten, Mitmachstationen und Medien erzählt die Ausstellung von den Spielarten der Gastlichkeit. Deftige Kost, dazu Bier oder Frankenwein, hitziges Politisieren am Stammtisch, Theateraufführungen, gemeinsames Wirtshaussingen oder der Wettbewerb beim Kegeln lockten die Gäste zum Wirt.

Der VEBWK besucht zusammen mit seinen Mitgliedern, am Dienstag, den 4.10.2022 um 16 Uhr  im Rahmen einer Führung, die Ausstellung im „Haus der Bayerischen Geschichte“ in Regensburg. Die Eintrittskosten sowie die Kosten für die Führung werden vom VEBWK übernommen. Anschließend kehren wir (auf eigene Rechnung) gemeinsam bei unserem Mitglied „Brauereigaststätte Kneitinger“, ein.

Eine vorherige Anmeldung ist erforderlich

Anmeldung