Viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer müssen aktuell Verdienstausfälle hinnehmen. Welche Möglichkeiten der finanziellen Unterstützung gibt es?

 

Lohnersatz wegen Schul- und Kitaschließung 

Wer wegen Schul- oder Kitaschließung die eigenen Kinder betreuen muss und nicht zur Arbeit kann, soll gegen übermäßige Einkommenseinbußen abgesichert werden. Dafür wurde das Infektionsschutzgesetz angepasst. Eltern erhalten demnach eine Entschädigung von 67 Prozent des monatlichen Nettoeinkommens (maximal 2.016 Euro) für bis zu sechs Wochen. Die Auszahlung übernimmt der Arbeitgeber, der bei der zuständigen Landesbehörde einen Erstattungsantrag stellen kann.

Vorraussetzung dafür ist,

  • dass die erwerbstätigen Eltern Kinder unter 12 Jahren zu betreuen haben, weil eine Betreuung anderweitig nicht sichergestellt werden kann,
  • dass Gleitzeit- beziehungsweise Überstundenguthaben ausgeschöpft sind.

Weitere Informationen zu den arbeitsrechtlichen Fragen im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie hat das ⇒Bundesministerium für Arbeit und Soziales zusammengestellt.


Notfall-Kinderzuschlag

Familien mit kleinen Einkommen können einen monatlichen Kinderzuschlag (KiZ) von bis zu 205 Euro pro Kind erhalten. Ob und in welcher Höhe der KiZ gezahlt wird, hängt von mehreren Faktoren ab – vor allem vom eigenen Einkommen, den Wohnkosten, der Größe der Familie und dem Alter der Kinder. Der Kinderzuschlag unterstützt also nicht nur bei zeitweiligen Engpässen durch die Covid-19-Pandemie, sondern vielfach auch länger und dauerhaft, wenn Ihr Einkommen nicht oder nur knapp für die gesamte Familie reicht.

Um die Beantragung zu vereinfachen, wurde die Vermögensprüfung vorübergehend erleichtert. Eltern müssen demnach keine Angaben mehr zu ihrem Vermögen machen, wenn sie kein erhebliches Vermögen haben. Diese Regelung gilt bis zum 31. Dezember 2021. 

Zur Erleichterung der Antragsstellung und Antragsbearbeitung wurde ein Kurzantrag auf Kinderzuschlag eingeführt. Dieser Kurzantrag kann immer im Wechsel mit dem normalen Antrag gestellt werden. Beim Kurzantrag wird der Kinderzuschlag anhand der bereits vorliegenden Angaben berechnet. Weitere Nachweise sind nicht erforderlich.

Ob für Sie ein Anspruch auf Kinderzuschlag besteht, können Sie mit dem ⇒KiZ-Lotsen der Familienkasse prüfen. ⇒Die Beantragung ist digital möglich.


Vereinfachter Zugang zur Grundsicherung

Um die Menschen davor zu bewahren, in eine existenzielle Notlage zu geraten, wurde der Zugang zur Grundsicherung vereinfacht. Die Regelungen über den erleichterten Zugang zur Grundsicherung gelten für Bewilligungszeiträume, die bis zum 31. Dezember 2021 beginnen. 

Beachten Sie bitte auch die Seite der Arbeitsagentur


Studierende mit BAFöG

Wenn Sie Leistungen nach dem Bundesausbildungsförderungsgesetz (BAföG) bekommen, sollen Sie keine finanziellen Nachteile erleiden, wenn Ihre Ausbildungsstätte wegen der Corona-Pandemie vorübergehend geschlossen oder der Semesterbeginn verschoben wird. BAföG wird bis auf Weiteres weiter gewährt. Weitere Informationen hierzu hat das ⇒Bundesministerium für Bildung und Forschung zusammengestellt.

Die Industrie- und Handelskammer (IHK) informiert zum ⇒Thema Coronavirus und Ausbildung. Fragen zu Ihrer konkreten regionalen Situation beantwortet Ihre ⇒IHK vor Ort.


Arbeitslosengeld und Grundsicherung

Um die Menschen davor zu bewahren, in eine existenzielle Notlage zu geraten, wird der Zugang zum Arbeitslosengeld II (Grundsicherung für Arbeitsuchende) vereinfacht. Wer zwischen dem 1. März und dem 31. Dezember 2021 Arbeitslosengeld II beantragt und erklärt, über kein erhebliches Vermögen zu verfügen, darf Erspartes behalten. Außerdem werden die Ausgaben für Wohnung und Heizung in den ersten sechs Monaten des Leistungsbezugs in tatsächlicher Höhe anerkannt. Niemand soll wegen zu hoher Ausgaben für Wohnen jetzt umziehen müssen.

Bei der Bundesagentur für Arbeit finden Sie weitere Informationen zu den Regelungen beim Arbeitslosengeld II während der Corona-Zeit sowie den Online-Antrag.

Diese Ausnahmeregelungen sind Teil des Sozialschutz-Pakets. Weitere Informationen zum Sozialschutz-Paket finden Sie beim Bundesministeriums für Arbeit und Soziales.