Die anhaltende Corona-Pandemie führt zu weitreichenden Absagen kultureller Veranstaltungen. Ein Ende ist noch lange nicht in Sicht. Für den Bereich Kultur- und Kreativwirtschaft bedeutet das immense Umsatzausfälle und viele Akteurinnen und Akteuere kämpfen um ihre Existenz.

Im folgenden finden  Sie eine Übersicht über mögliche Hilfen für die Kultur- und Kreativbranche:

 

Hilfen des Landes Bayern

Mit dem Kulturstabilisierungsprogramm 2020/21 führt der Freistaat Bayern mitunter Programme aus dem Kultur-Rettungsschirm fort, erweitert und/oder ergänzt sie. Neu konzipiert bzw. eingeführt wurden das Solo-Selbstständigen-Programm als Nachfolger des Künstlerhilfsprogramms sowie das Stipendienprogramm für Nachwuchskünstlerinnen und -künstler.

  • Solo-Selbstständigen-Programm für Künstlerinnen und Künstler
    • Das neue Soloselbstständigenprogramm für freischaffende Künstlerinnen und Künstler sowie Angehörige kulturnaher Berufe kann – rückwirkend für den Zeitraum von Oktober bis Dezember – beantragt werden.  Das Programm wird mit den Bundeshilfen im Bereich der Wirtschaftsförderung kumulierbar sein.
      Eine Antragstellung für das Hilfsprogramm für Künstlerinnen und Künstler des Bayerischen Staatsministeriums für Wissenschaft und Kunst ist für den Zeitraum vom 18. Dezember 2020, 12 Uhr, bis zum 31. März 2021 möglich.
      Die Anträge können auf folgender Website gestellt werden: https://www.bayern-innovativ.de/soloselbststaendigenprogramm
  • Einführung eines Stipendienprogramms für Nachwuchskünstlerinnen und -künstler
    • Mit der Schaffung eines eigenständigen Stipendienprogramms für Nachwuchskünstlerinnen und -künstler soll, wie im Rahmen der Regierungssitzung am 21. Oktober 2020 erklärt, der professionelle Einstieg in die künstlerisch-kreative Arbeit ermöglicht werden. Ab dem 1. Januar 2021 bietet die Staatsregierung daher 5.000 Stipendien in Höhe von jeweils 5.000 Euro an. Das Stipendienprogramm ist mit anderen Hilfsprogrammen kumulierbar und umfasst ein Gesamtvolumen von 25 Mio. Euro. Auch an der Umsetzung dieses Programms wird derzeit noch gearbeitet.
  • Erweiterung und Verlängerung des Spielstättenprogramms
    • Das Spielstättenprogramm wird bis vorerst 30. Juni 2021 verlängert und dahingehend erweitert, dass auch Kulturveranstalter ohne eigene Spielstätte in den Kreis der Antragsberechtigten aufgenommen werden. In die Verlängerung und Erweiterung des Spielstättenprogramms investiert der Freistaat zusätzlich 15 Mio. Euro. Den Antragslink und weitere Informationen findest Du ⇒ hier.
  • Verlängerung des Hilfsprogramms für die Laienmusik
    • Auch das Hilfsprogramm für die Laienmusik wird bis zum 31. Juni 2021 verlängert mit dem Ziel, Laienmusikvereine und ihre zahlreichen ehrenamtlichen Musiker und Helfer in der Krise weiterhin zu unterstützen. Antragsbeginn ist der 1. Januar 2021. Die Antragsfrist für das laufende Jahr 2020 endete am 31. Oktober 2020. Weitere Details zum Förderjahr 2021 und zur Antragsstellung folgen. Unterdessen informiert zu diesem und verwandten Themen auch der ⇒ Bayerische Musikrat.
  • Aufstockung und Verlängerung der Kino-Anlaufhilfen
    • Die Kinos in Bayern werden bislang mit den vom Ministerrat im Mai 2020 beschlossenen Anlaufhilfen in Höhe von zwölf Mio. Euro unterstützt. Um das Überleben bayerischer Kinos zu sichern, wird die bisher bis Jahresende befristete bayerischen Kino-Anlaufhilfe jetzt bis 30. Juni 2021 verlängert und um weitere zwölf Mio. Euro aufgestockt. Weitere Informationen findest Du ⇒ hier.

Für die Unternehmen und Soloselbständigen in Bayern, die schon vor dem am 2. November 2020 beginnenden bundesweiten Lockdown von einem Lockdown auf Kreisebene betroffen waren (Berchtesgadener Land, Rottal-Inn, Augsburg und Rosenheim) gibt es ein eigenes Hilfsprogramm, das die bundesweite „Außerordentliche Wirtschaftshilfe“ (s. Hilfen des Bundes “Novemberhilfe”) ergänzt.

Die „Bayerische Lockdown-Hilfe“ wird im Rahmen der Novemberhilfe durch einen prüfenden Dritten (Steuerberater, Rechtsanwalt, Wirtschaftsprüfer oder vereidigten Buchprüfer) beantragt. Direktanträge ähnlich wie bei der Novemberhilfe sind folglich nicht möglich. Grundlage für die Zahlungen der Oktoberhilfe sind die Umsätze aus dem Referenzmonat Oktober 2019. Erstattet werden 75 Prozent des im Vergleichszeitraum erzielten Umsatzes. Für die Bewilligung zuständig ist die ⇒ Industrie- und Handelskammer für München und OberbayernAntragsbeginn ist voraussichtlich Januar 2021.

Die Lockdown-Hilfe wird zeitanteilig für die Dauer des Lockdowns in den nachfolgenden Landkreisen gewährt:

  • Landkreis Berchtesgadener Land (Lockdown ab 20. Oktober 2020)
  • Landkreis Rottal-Inn (Lockdown ab 27. Oktober 2020)
  • Stadt Augsburg (Lockdown ab 30. Oktober 2020)
  • Stadt Rosenheim (Lockdown ab 30. Oktober 2020)

Weitere Informationen zu den Corona-Hilfsmaßnahmen des Freistaats Bayern findest Du ⇒ hier.

Der Kultur-Rettungsschirm des Freistaats Bayern umfasst sechs Programme in Höhe von insgesamt rund 210. Mio. Euro. Die Programme sind mit Ausnahme der Regelungen von Ausfallhonoraren und der Förderung von Projektträgern und Institutionen im Kulturbereich mittlerweile ausgelaufen und im Rahmen des Kulturstabilisierungsprogramms 2020/21 weiterentwickelt, verlängert und/oder erweitert worden.

    • Regelung von Ausfallhonoraren
      • Honorarkräfte, die an staatlichen Einrichtungen ein vertraglich geregeltes Engagement hatten, das Corona-bedingt abgesagt wurde, können mit einem Ausfallhonorar rechnen. Der Freistaat Bayern orientiert sich dabei an den Regelungen des Bundes, wonach abhängig vom Vertragsinhalt die Zahlungen eines kompletten Ausfallhonorar oder aber bis zu 60 Prozent des vereinbarten Honorars – ohne Gegenleistungen – vorgesehen ist. Das gilt auch für nicht-künstlerische Honorarkräfte wie MaskenbildnerInnen oder TechnikerInnen. Konkret gestaltet sich die Regelung wie folgt:
        •  Bei einem (befristeten) Arbeitsverhältnis wird das Honorar ganz erstattet.
        • Bei einem „freien Dienstverhältnis“ kommt der Freistaat für 60 Prozent bei einer Gage bis 1.000 Euro auf, ab 1.000 Euro zahlt der Freistaat 40 Prozent bis max. 2.500 Euro
    • Förderung von Projektträgern und Institutionen im Kulturbereich
      Als verantwortliches Ministerium ist das Ministerium für Wissenschaft und Kunst (StMWK) darum bemüht, staatlich geförderte Projekte (Musik, Theater, Festivals etc.), die aufgrund des Pandemiegeschehens nicht wie geplant durchgeführt werden konnten oder können, flexibel zu handhaben – etwa dadurch, dass Förderzeiträume verschoben, alternative Leistungskomponenten (wie etwa digitale Lösungen) anerkannt und Härtefälle individuell geprüft werden, Das gilt für rund 800 Förderungen mit einem Volumen von 150 Millionen Euro pro Jahr.

Zur Bewältigung der Folgen der Corona-Krise stehen Darlehensprodukte der LfA Förderbank sowie verschiedene Bürgschaftsprogramme zur Verfügung. Primäres Ziel ist die Bereitstellung zusätzlicher Liquidität.

Erster Ansprechpartner ist die eigene Hausbank. Die LfA-Förderberatung ist unter folgender Rufnummer zu erreichen: 089 / 21 24 – 10 00.

Weitere Informationen zu den verfügbaren Überbrückungshilfen findest Du ⇒ hier.

Die ⇒ Hotline der bayerischen Staatsregierung (ab 11.04.2020) steht Dir weiterhin offen für Fragestellungen zu gesundheitlichen Themen, Ausgangsbeschränkungen, Kinderbetreuung und Schule als auch zu Soforthilfen und Unterstützung für Kleinunternehmen und Freiberufler. Zu erreichen ist die Hotline Montag bis Freitag von 08:00 bis 18:00 Uhr und Samstag von 10:00 bis 15:00 Uhr unter der Nummer 089-122-220.

 

Hilfen des Bundes

+++Update vom 25. November 2020: Die ⇒ Corona-Novemberhilfe kann ab sofort und bis zum 31. Januar 2021 beantragt werden+++ Der neuerliche, bundesweite Lockdown (Wellenbrecher-Lockdown) bedeutet weitere Verdienstausfälle für die Akteurinnen und Akteure der Kultur- und Kreativwirtschaft. Um die finanziellen Belastungen der Betroffenen abzufedern, hat der Bund außerordentlichen Wirtschaftshilfen für diesen Monat November beschlossen. Adressiert sind Unternehmen, Betriebe, Selbstständige, Vereine und Einrichtungen, die von den aktuellen Corona-Einschränkungen betroffen sind.

Um einen schnellen Start der Hilfen zu gewährleisten, werden ab Ende November 2020 erste Abschlagszahlungen zugunsten von kleinen Unternehmen und Soloselbstständigen und damit auch den Kultur- und Kreativschaffenden erfolgen. Antragsstellung und Auszahlung erfolgen elektronisch über die ⇒ bundeseinheitliche IP-Plattform der Überbrückungshilfen. Die Bearbeitung des Programms übernimmt für Bayern wie bereits bei der Überbrückungshilfe die ⇒ Industrie- und Handelskammer für München und Oberbayern. Soloselbständige erhalten eine Abschlagszahlung von bis zu 5.000 Euro; andere Unternehmen erhalten bis zu 10.000 Euro. Das Gesamtvolumen der Novemberhilfe liegt bei 15 Milliarden Euro.

Wichtig ist darauf hinzuweisen, dass für Soloselbständige, die nicht mehr als 5.000 Euro Förderung beantragen, die Pflicht zur Antragstellung über einen prüfenden Dritten (z.B. Steuerberater) entfällt. Sie werden unter besonderen Identifizierungspflichten (⇒ ELSTER-Zertifikat) direkt antragsberechtigt sein. Direktanträge können ⇒ hier gestellt werden.

Antragsberechtigt sind sowohl direkt als auch indirekt betroffene Unternehmen und Selbständige. Diese Differenzierung ist insbesondere für die Akteurinnen und Akteure der Kultur- und Kreativwirtschaft relevant. Bei der Gruppe der indirekt Betroffenen wird noch einmal zwischen unmittelbar und mittelbar indirekt betroffenen Unternehmen unterschieden:

  • Unmittelbar indirekt betroffene Unternehmen: 80 Prozent ihrer Umsätze werden regelmäßig mit direkt von den Schließungsmaßnahmen betroffenen Unternehmen erzielt.
  • Mittelbar indirekt betroffene Unternehmen: 80 Prozent ihrer Umsätze werden regelmäßig durch Lieferung und Leistungen im Auftrag von Unternehmen, die direkt von den Maßnahmen betroffen sind, über Dritte (z. B. über Buchungsagenturen) erzielt.

Indirekt betroffene Unternehmen müssen zweifelsfrei nachweisen, dass sie wegen der Schließungsverordnungen vom 28. Oktober 2020 einen Umsatzeinbruch von mehr als 80 Prozent erleiden.

Mit der Novemberhilfe werden Zuschüsse pro Woche der Schließungen in Höhe von 75 Prozent des durchschnittlichen wöchentlichen Umsatzes im November 2019 gewährt bis zu einer Obergrenze von 1 Mio. Euro, soweit der bestehende beihilferechtliche Spielraum des Unternehmens das zulässt (Kleinbeihilfenregelung der EU). Soloselbstständige können als Vergleichsumsatz alternativ zum wöchentlichen Umsatz im November 2019 den durchschnittlichen Wochenumsatz im Jahre 2019 zugrunde legen. Bei Antragsberechtigten, die nach dem 31. Oktober 2019 ihre Geschäftstätigkeit aufgenommen haben, kann als Vergleichsumsatz der durchschnittliche Wochenumsatz im Oktober 2020 oder der durchschnittliche Wochenumsatz seit Gründung gewählt werden.

Weitere Informationen hierzu findest Du ⇒ hier.

Der sogenannte Wellenbrecher-Lockdown wird verlängert und verschärft. Entsprechend haben die Bundeskanzlerin und die Regierungschefinnen / Regierungschefs sich darauf verständigt, dass auch die finanzielle Unterstützung des Bundes und der Länder für die von den temporären Schließungen erfassten Unternehmen, Betriebe, Selbständige, Vereine und Einrichtungen fortgeführt wird.

Die Novemberhilfe wird demzufolge auf Basis selbiger in den Dezember verlängert, das Regelwerk der Überbrückungshilfe III (s. Absatz “Überbrückungshilfe”) entsprechend angepasst. Die Grafik des Bundesministeriums für Finanzen gibt einen Überblick. Weitere Informationen findest Du ⇒ hier.

 

Das ⇒ Bundesprogramm „Überbrückungshilfe für kleine und mittelständische Unternehmen, die ihren Geschäftsbetrieb im Zuge der Corona-Krise ganz oder zu wesentlichen Teilen einstellen mussten“ ist am 8. Juli 2020 gestartet. Das Programm hat ein Volumen von 24,6 Milliarden Euro und umfasste bislang zwei Phasen:

  • Überbrückungshilfe I: Förderzeitraum Juni bis August 2020. Die Antragsbedingungen für die erste Phase können ⇒ hier nachgelesen werden. Die Antragsfrist endete am 9. Oktober 2020. Eine rückwirkende Antragsstellung ist nicht möglich.
  • Überbrückungshilfe II: Förderzeitraum September bis Dezember 2020. Anträge für die Überbrückungshilfe II können bis zum 31. Dezember 2020 gestellt werden. Die Antragsbedingungen fassen wir weiter unten für Dich zusammen.
  • NEU Überbrückungshilfe III: Förderzeitraum Januar bis Juni 2021. Die Überbrückungshilfen II laufen zum 31. Dezember 2020 aus. Die Bundesregierung hat sich unterdessen darauf verständigt, die Hilfen über das Jahresende hinaus zu verlängern und auszuweiten. Die sogenannte Überbrückungshilfe III hat eine Laufzeit von sechs Monaten, beginnend am 1. Januar 2021. Eingeschlossen ist dabei die „Neustarthilfe für Soloselbstständige“.

Bei der Überbrückungshilfe handelt es sich um nicht rückzahlbare Zuschüsse (staatliche Transferleistungen, die nicht zurückgezahlt werden müssen) für Unternehmen, Soloselbstständige sowie Freiberuflerinnen und Freiberufler, die von den Maßnahmen zur Pandemiebekämpfung besonders stark betroffen sind.

Antragsberichtigt sind grundsätzlich Unternehmen aller Größen (mit Ausnahme der explizit unter den Ausschlusskriterien genannten Unternehmen unabhängig von der Mitarbeiterzahl), Soloselbständige und selbständige Angehörige der Freien Berufe im Haupterwerb aller Branchen, die folgende Bedingungen erfüllen:

  • Umsatzeinbruch von mindestens 50 Prozent in zwei zusammenhängenden Monaten im Zeitraum April bis August 2020 gegenüber den jeweiligen Vorjahresmonaten.
  • Umsatzeinbruch von mindestens 30 Prozent im Durchschnitt in den Monaten April bis August 2020 gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

Die Überbrückungshilfe II kann für maximal vier Monate (September bis Dezember 2020) beantragt werden. Erstattungsfähig sind allein Fixkosten. Die Förderhöhe bemisst sich nach den erwarteten Umsatzeinbrüchen der Fördermonate September bis Dezember 2020 im Verhältnis zu den jeweiligen Vergleichsmonaten im Vorjahr. Die Programmabwicklung erfolgt in Bayern durch die ⇒ IHK für München und Oberbayern. Weitere Informationen erhältst Du auch auf den Seiten des ⇒ Bayerischen Staatsministeriums für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie (StMWi).

Bitte beachte, dass ausschließlich prüfende Dritte (Steuerberater, Rechtsanwälte, Wirtschaftsprüfer und vereidigte Buchprüfer) berechtigt sind, Anträge zu stellen. Die Steuerberater-Kammern ⇒München und ⇒Nürnberg helfen Dir gerne einen Steuerberater mit freien Kapazitäten in Deiner Nähe zu finden. Bei entsprechender Antragsberechtigung werden die Kosten für die Antragsstellung anteilig durch die Überbrückungshilfe erstattet.

Nützliche Informationen und Antworten auf häufig gestellte Fragen gibt es auch ⇒ hier.

Die Neustarthilfe für Soloselbstständige als Bestandteil der Überbrückungshilfen III adressiert insbesondere KünstlerInnen und Kulturschaffende. In Aussicht gestellt wird mit der Neustarthilfe eine einmalige Betriebskostenpauschale von bis zu 5.000 Euro für den Zeitraum Dezember 2020 bis Juni 2021 (s. ⇒gemeinsame Pressemitteilung des Bundeswirtschafts- und Bundesfinanzministeriums). Gewürdigt wird damit der Umstand, dass viele Kultur- und Kreativschaffende trotz hoher Umsatzeinbrüche für gewöhnlich – aufgrund der Beschaffenheit ihrer Arbeit – kaum Sach- und Betriebskosten geltend machen können. Gewährt wird die Pauschale (in Ergänzung zur Fixkostenerstattung) in Höhe von 25 Prozent des Umsatzes des entsprechenden Vorkrisenzeitraums 2019. Soloselbstständige, die im Rahmen der Überbrückungshilfe III also keinerlei Fixkosten geltend machen (können), haben so die Möglichkeit auf (weitere) finanzielle Unterstützung.

Voraussetzung ist, dass die Antragstellerin bzw. der Antragssteller im Referenzzeitraum (für gewöhnlich 2019) sein/ihr Einkommen zu mindestens 51 Prozent aus selbstständiger Arbeit erzielt hat. Gewährt wird die Pauschale auch nur dann, wenn der Umsatz während der Programmlaufzeit (Dezember 2020 bis Juni 2021) im Vergleich zu einem siebenmonatigen Referenzumsatz 2019 um mehr als 50 Prozent zurückgegangen ist.

Bei der Neustarthilfe handelt es sich um einen steuerbaren Zuschuss, der aufgrund der Zweckbindung nicht auf Leistungen der Grundsicherung u. ä. anzurechnen ist.

Mit dem Programm NEUSTART KULTUR hat die Bundesregierung Anfang August ein umfangreiches Rettungs- und Zukunftsprogramm für den Kultur- und Medienbereich aufgelegt. Gefördert werden pandemiebedingte Investitionen und Projekte unterschiedlicher Sparten und vor allem jener Kultureinrichtungen, die überwiegend privat finanziert sind. Ziel ist es, die sichere Öffnung dieser Einrichtungen zu ermöglichen und so den Akteurinnen und Akteuren eine konkrete Erwerbs- und Zukunftsperspektive zu bieten.

Insgesamt umfasst NEUSTART KULTUR bis dato mehr als 50 Teilprogramme, die in enger Abstimmung mit den unterschiedlichen Dachverbänden der Sparten entwickelt und realisiert wurden und werden. Eine gute Übersicht der Programme findet sich ⇒ hier. Finanziert werden schwerpunktmäßig folgende Maßnahmen.

  • Pandemiebedingte Investitionen in Kultureinrichtungen
    • Rund 250 Millionen Euro sind eingeplant, um Kultureinrichtungen und -akteure bei der Wiedereröffnung und dem wiederaufgenommen Betrieb zu unterstützen. Die Mittel sollen vor allem Einrichtungen zugutekommen, deren regelmäßiger Betrieb nicht überwiegend von der öffentlichen Hand finanziert wird, sowie soziokulturellen Zentren. Gefördert werden beispielsweise der Einbau von Schutzvorrichtungen, die Optimierung der Besuchersteuerung sowie die Modernisierung von Belüftungssystemen.
  • Erhaltung und Stärkung der Kulturinfrastruktur und Nothilfen
    • Mit bis zu 480 Millionen Euro sollen vor allem die vielen kleineren und mittleren, privatwirtschaftlich finanzierten Kulturstätten und –projekte darin unterstützt werden, ihre künstlerische Arbeit wiederaufzunehmen und neue Aufträge an freiberuflich Tätige und Soloselbständige zu vergeben.
  • Förderung alternativer, auch digitaler Angebote
    • Für alternative, insbesondere auch digitale Angebote stehen 150 Millionen Euro bereit. Profitieren sollen Projekte im Kontext Museum 4.0 sowie neue Formate der Digitalisierungsoffensive des Bundes, die der Vermittlung, Vernetzung und Verständigung im Kulturbereich dienen.
  • Unterstützung bundesgeförderter Kultureinrichtungen und –projekte
    • 100 Millionen Euro gibt es für regelmäßig geförderte Kultureinrichtungen, um coronabedingte Einnahmeausfälle und Mehrausgaben auszugleichen. Bei gemeinsam mit Ländern bzw. Kommunen getragenen Einrichtungen und Projekten leistet der Bund seinen Anteil an der Kofinanzierung.
    • Im Programm NEUSTART KULTUR enthalten sind zudem Hilfen in Höhe von 20 Millionen Euro für den privaten Rundfunk, der durch den Einbruch an Werbeeinnahmen schwer getroffen wurde.
  • Neues Förderprogramm für Lüftungsanlagen – Ergänzung zum Programm NEUSTART KULTUR
    • In Kraft getreten ist am 20. Oktober 2020 zudem die Förderrichtlinie „Bundesförderung Corona-gerechte Um- und Aufrüstung von raumlufttechnischen Anlagen in öffentlichen Gebäuden und Versammlungsstätten“. Diese ergänzt die Programme des BKM für pandemiebedingte Investitionen im Rahmen von NEUSTART KULUTUR. Insgesamt stehen für derartige Maßnahmen an raumlufttechnischen Anlagen 500 Millionen Euro bis 2024 zur Verfügung, für das Jahr 2021 sind 200 Millionen Euro vorgesehen.
    • Der Innenraum-Lufthygiene kommt insbesondere in der Gestaltungswelt der Kultur besondere Bedeutung zu, wo das gemeinsame Erleben von Kunst Interaktion und Nähe bedeutet.

Eine Übersicht weiterer Hilfen findest Du ⇒ hier. Informationen zur Kumulierbarkeit von Überbrückungs- und Soforthilfen kannst Du ⇒ hier nachlesen.

Novemberhilfe und Überbrückungshilfe

  • Hotline Direktantrag Soloselbständige
    Du bist soloselbständig, hast bislang keinen Antrag auf Überbrückungshilfe gestellt und möchtest mit dem Direktantrag im eigenem Namen (ohne prüfenden Dritten) bis 5000,- Euro Novemberhilfe beantragen? Wende Dich an den Service-Desk für Solo-Selbständige: Service-Hotline +49 30-1200 21034 Mo bis Fr 8:00 bis 18:00 Uhr
  • Hotline für prüfende Dritte
    Sie sind in der Steuerberatung, Wirtschafts- oder Buchprüfung, als Rechtsanwalt oder -anwältin tätig und haben Fragen zum Antragsverfahren der Überbrückungshilfe und der Novemberhilfe?Wenden Sie sich an den Service-Desk: Service-Hotline +49 30-52685087 Mo bis Fr 8:00 bis 18:00 Uhr

Weitere Hotlines und Informationsangebote zum Coronavirus findest Du / finden Sie auf der ⇒ Internetseite des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie.

 

Hilfen der Kommunen

Das Kulturreferat der Stadt Nürnberg hat ein spendenfinanziertes Soforthilfeprogramm angestoßen. Bürgerinnen und Bürger können über die Online-Spenden-Plattform „Gut für Nürnberg“ so einen Beitrag leisten zur Erhaltung des vielfältigen Kulturlebens in der Stadt. Die Sparkasse Nürnberg hat mit 25.000 Euro den Grundstock gelegt. Das Antragsformular auf Unterstützung richtet Ihr bitte direkt an das Kulturreferat der Stadt unter ⇒ buendnis-fuer-kultur@stadt.nuernberg.de. Weitere Informationen gibt es ⇒ hier.

Die Stadt Nürnberg hat außerdem einen kommunalen Rettungsschirm “Kultur-Projekte / Kultur-Struktur während der Corona-Krise” für Künstler*innen sowie Kulturschaffende mit einem Gesamtetat von 100.000 Euro aufgesetzt. Mehr Infos findet Du ⇒ hier.

+++Update+++ Seit 1. August 2020 beträgt der Zuschuss zu Kreativleistungen 75 Prozent (statt wie in den Monaten zuvor 90 Prozent). Die Sonderkonditionen sind gültig bis voraussichtlich April 2021.

Du planst eine Crowdfunding-Kampagne? Du benötigst Unterstützung beim Erstellen von Film, Logo oder Text?
Ob Imagefilm, Texte, Logos, Fotos, eine gute Story oder Pressearbeit – schon vor dem Start einer Crowdfunding-Kampagne kommt auf Dich als Projektstarter einiges an Arbeit zu. Und damit Deine Kampagne auch erfolgreich wird, ist ein professioneller, kreativer Auftritt enorm wichtig.
Die Landeshauptstadt München bietet mit dem „Förderprogramm Crowdfunding-Kampagne“ die Möglichkeit einer finanziellen Unterstützung für alle Kreativleistungen rund um die Crowdfunding-Kampagne! So kannst Du gleich von Beginn an mit Profis zusammenarbeiten.

Ab sofort kann für die kreativen Dienstleistungen, die für die Vorbereitung der Kampagne benötigt werden, ein Zuschuss von 90 Prozent – statt wie bisher 50 Prozent – (bis zu max. 3.000 Euro) gewährt werden, d. h. Du zahlst maximal 333 Euro für z. B. Filmerstellung, Logo, PR oder Text.
Damit möchte das Referat für Arbeit und Wirtschaft Projektstarter*innen und ihre Ideen unterstützten und auf der anderen Seite die Auftragssituation der lokalen Kultur- und Kreativwirtschaft während der Corona-Krise stärken. Das Angebot gilt voraussichtlich bis Ende Mai 2020.

Weitere Infromationen findest Du unter ⇒ https://www.muenchen.de/rathaus/wirtschaft/gruendung/finanzierung/crowdfunding-foerderung.html.

 

Hilfen anderer Organisationen

Seit 1. August 2020 können Anträge zum ⇒ Zukunftsprogramm Kino II gestellt werden. Das Programm richtet sich an Kinos, die die strukturellen oder kulturellen Antragsvoraussetzungen des ⇒Zukunftsprogramms Kino in der Fassung vom 18. Mai 2020 nicht erfüllen. Kinos, die diese Antragsvoraussetzungen erfüllen, sind nicht antragsberechtigt. Weitere Informationen findest Du ⇒ hier.

+++Update: Die ersten zwei Bewerbungsrunden für das “Hilfsprogramm Musiker*innen” sind abgeschlossen. Eine dritte wird für Anfang Januar 2021 vorbereitet; auch das Förderprogramm “Live 100” geht in eine weitere Runde. Das Antragsverfahren ist für Ende 2020 geplant+++ Die Initiative Musik startet eine ⇒Spendenkampagne / ein Hilfsprogramm für Musiker*innen. Anträge können seit dem 24. April ⇒gestellt werden. Am 10. Juni wurde bekannt, dass die Initiative Musik in Kooperation mit der LiveKomm ein neues Förderprogramm ⇒ins Leben ruft, das sich an Livemusikspielstätten richtet.

Die ⇒ Kunstnothilfe des elinor-Netzwerks unterstützt Kulturschaffende mit bis zu 1000 Euro. Die Hilfe basiert auf Spenden.

Die Sängerhilfe des Oper Magazins in Kooperation mit der Manfred Strohscheer Stiftung unterstützt freischaffende Sänger*innen und Beschäftigte des Musiktheaters. Weitere Informationen findest Du⇒ hier