Speiselokale dürfen wieder öffnen, reine Schankwirtschaften nur unter freiem Himmel. Clubs und Diskotheken sind weiterhin geschlossen. Kulturelle Veranstaltungen sind neben Theatern, Opern, Konzerthäusern, Kinos auch in sonst dafür geeigneten Örtlichkeiten zulässig.

Wie immer liegt der Casus Knaxus für musikveranstaltende Betriebe im Detail. In Speiselokalen ist laut dem derzeit gültigen Rahmenkonzept Gastronomie lediglich Hintergrundmusik erlaubt. Konzerte sind also aufgrund des Hygienekonzepts Gastronomie nicht erlaubt. Aber es gibt ja auch noch das Hygienekonzept kulturelle Veranstaltungen.

Als sonst dafür geeigneten Örtlichkeiten für kulturelle Veranstaltungen können aber auch Gaststätten angesehen werden.

Über das KVR München wurde uns folgendes mitgeteilt:
„Aus Sicht des Staatsministeriums für Wissenschaft und Kunst können auch Gaststätteninnenräume grundsätzlich als „sonst dafür geeigneten Örtlichkeiten“ im Sinne des § 25 Abs.1 der 13. BayIfSMV angesehen werden.Ob ein konkreter Raum als geeignet anzusehen ist, richtet sich nach den örtlichen Verhältnissen wie den baulichen Gegebenheiten und der Möglichkeit der Einhaltung von Schutzstandards (Lüftungssituation, Einhaltung der Abstände auch bei Zutritt und Verlassen des Veranstaltungsorts etc.).“

Das Problem

Also doch alles gut?

Das sollte man eigentlich meinen. Jazzbars und sonstige musikveranstaltende Betriebe müssten danach doch öffnen dürfen. Allerdings wird das von Region zu Region anders gehandhabt.

Das KVR München teilt dem VEBWK z. B. mit:

„Für kulturelle Veranstaltungen ist das Rahmenkonzept „Kulturelle Veranstaltungen“ vorrangig. Dieses verweist für (das dem Veranstaltung untergeordnete) gastronomische Angebot auf §15.

Das bedeutet also, dass am Platz die Maske getragen werden muss, sofern nicht gerade gegessen und/getrunken wird. Danach ist die Maske wieder zu tragen.

Ohnehin gehen wir aber davon aus, dass aufgrund der Vorgaben im Rahmenkonzept „Kulturelle Veranstaltungen“ eine Bewirtung aus praktischen Gründen nur bedingt wie gewohnt stattfinden kann. Denn das Rahmenkonzept für kulturelle Veranstaltungen sieht keine Tische und eine Blickrichtung (also faktisch Reihenbestuhlung) vor.

Viele musikveranstaltenden Lokale erfüllen diese Voraussetzungen nicht – Reihenbestuhlung und keine Tische.

Damit dürfen solche konzertveranstaltenden Betriebe laut KVR NICHT öffnen.

Die Meinung des VEBWK dazu

Dieser Auffassung kann sich unser Verein nicht anschließen. Im Rahmenkonzept kulturelle Veranstaltung steht nirgends etwas von Reihenbestuhlung und ebenso wenig davon, dass keine Tische aufgestellt werden dürfen.

In 4.3. des Rahmenkonzepts heißt es:
Für die Einhaltung des Mindestabstandes zwischen Besucherinnen und Besuchern, die ihren Sitzplatz eingenommen und in die gleiche Richtung blicken, ist der Abstand zwischen den Mittelpunkten der Sitzflächen der jeweils eingenommenen Sitzplätze maßgeblich.

Der VEBWK hat sich deshalb an Staatsminister Bernd Sibler gewendet und um Klarstellung und vor allem eine einheitliche Regelunge gebeten. Es kann und darf nicht sein, dass musikveranstaltende Lokale in Regensburg und Weiden öffnen dürfen, in München aber nicht.

Aber auch die Situation der Clubs und Diskotheken ist verheerend.

Seit genau 468 Tagen sind Clubs und Diskotheken in Bayern geschlossen. Eine konkrete Perspektive für das Nachtleben gibt es derzeit nicht. Seit dem 22.Juni 2021 liegt die 7-Tage-Inzidenz in Bayern unter der Marke von zehn und dennoch bringt Söder mit der Impfquote einen neuen Parameter ins Spiel, an den eventuelle Öffnungen geknüpft sind. Das ist nicht mehr verhältnismäßig!

In Österreich öffnen am 1. Juli wieder Clubs und Diskotheken! In Deutschland ist dies bereits ebenfalls in 10 Bundesländern der Fall. Lediglich Bayern verliert kaum ein Wort über diesen Teil der Gastronomie.

Inzidenzwerte und die Impfquote lassen es definitiv zu, Clubs und Diskotheken unter entsprechenden Auflagen wieder zu öffnen. Die Betreiber könnten ihre Gäste direkt vor dem Einlass testen!

 

FÜR GASTRONOMEN – FÜR KULTURSCHAFFENDE UND FÜR GÄSTE!

Der VEBWK wird nicht locker lassen, damit alle musikveranstaltenden Betriebe wieder öffnen dürfen!