Am 7. Februar wollen Bund und Länder über das weitere Vorgehen in der Pandemie beraten. Schleswig-Holstein hat hierfür ein Restart-Stufenmodell ausgearbeitet. Eine komplette Öffnung bei den Corona-Schutzmaßnahmen bis Ostern ist dabei nicht vorgesehen. Die Gastronomie soll bei einem Inzidenzwert unter 50 öffnen dürfen.
Möglich soll es allerdings auch sein, von den Inzidenzstufen abweichen zu können.
Berücksichtigt werden sollen die Lage auf Intensivstationen, die Impfquote und epidemiologische Faktoren (Mutationen).

 
Perspektivplan – Vorschlag Schleswig-Holstein ab 15. Februar bis April

Stufe 4: Inzidenz über 100

In diesem Fall soll es keine Änderungen der jetzigen Corona-Maßnahmen geben.

Stufe 3: Inzidenz liegt sieben Tage stabil unter 100

Kontaktbeschränkungen: 5 Personen aus zwei Hausständen sollen sich wieder treffen dürfen.

Kitas und Schulen: In den Kitas soll es einen eingeschränkten Regelbetrieb geben. In den Schulen sollen die Klassen 1 bis 6 mit Wechselunterricht starten. Bleibt die Inzidenz sogar drei Wochen stabil unter 100, soll auch wieder Präsenzunterricht möglich sein. Mit Ausnahme von Abschlussklassen sollen die Jahrgänge 7 bis 13 weiterhin beim Distanzlernen bleiben.

Dienstleistungen: Elementare körpernahe Dienstleistungen sollen wieder zugänglich sein. Dazu gehören Friseure.

Krankenhäuser und Pflegeheime: Menschen in Krankenhäusern und Pflegeheimen, die derzeit nur von einer registrierten Person besucht werden dürfen, dürfen dann eine weitere Person empfangen – allerdings getrennt. Auch die Testpflicht bleibt bestehen.

Sport und Freizeit: Zoos und Wildparks sollen wieder öffnen dürfen. Solche Anlagen, die unter freiem Himmel für den Individualsport gedacht sind, dürfen erst nach 21 Tagen stabiler Inzidenz unter 100 wieder öffnen.

Stufe 2.2: Die Inzidenz liegt sieben Tage stabil unter 50

Kitas und Schulen: Kitas sollen wieder in den Regelbetrieb wechseln. Die Klassen 1 bis 6 und Abschlussklassen gehen wieder zu Präsenzunterricht über, die Klassen 7 bis 13 in den Wechselunterricht. Bleibt die Inzidenz sogar 14 Tage stabil unter 50, sollen auch die Jahrgänge 7 bis 13 wieder Präsenzunterricht haben.

Hochschulen: Nun sollen auch Hochschulen und Universitäten wieder praktische Lehrveranstaltungen anbieten dürfen. Präsenzprüfungen sollen mit begrenzter Teilnehmerzahl unter Hygieneauflagen erlaubt sein.

Einzelhandel und Dienstleistungen: Der Einzelhandel soll mit Maskenpflicht und einer Zugangsbeschränkung von einer Person pro 10 Quadratmeter wieder öffnen dürfen. Neben Friseuren sollen auch körpernahe Dienstleistungen wie kosmetische Fußpflege oder Nagelstudios wieder öffnen dürfen.

Gastronomie: Auch Restaurants beispielsweise sollen wieder öffnen dürfen, allerdings nur die Hälfte der theoretisch möglichen Anzahl an Gästen bewirten können. Außerdem sollen sie spätestens um 22 Uhr schließen.

Krankenhäuser und Pflegeheime: Menschen in solchen Einrichtungen sollen wieder zwei Personen gleichzeitig empfangen dürfen. Die Testpflicht soll weiterhin bestehen bleiben.

Stufe 2.1: Die Inzidenz liegt 21 Tage stabil unter 50

Tourismus: Hotels, Ferienwohnungen und Campingplätze sollen unter Einsatz von Corona-Schnelltests ihren Betrieb aufnehmen dürfen.

Gastronomie: Die Begrenzung der Gästezahl in Restaurants soll aufgehoben werden, Abstandsregeln bleiben bestehen.

Sport und Freizeit: Theater, Konzerthäuser und Kinos sollen zumindest für einzelne Schulgruppen wieder öffnen dürfen. Fitnessstudios sollen öffnen dürfen, allerdings mit Nutzungsbegrenzungen. Sportarten ohne viel Kontakt sollen für Kinder unter 12 Jahren zugelassen werden, allerdings nur für feste Gruppen von maximal zehn Kindern. Außerdem sollen Anlagen für Individualsport im Innenbereich öffnen.

Veranstaltungen: Für Treffen religiöser Gemeinschaften soll es keine Grenze zur Anzeigepflicht mehr geben. Jugend- und Freizeittreffs sollen wieder Aktivitäten anbieten dürfen, allerdings nur mit festen Gruppengrößen.

Stufe 1: Die Inzidenz liegt sieben Tage stabil unter 35

Kontaktbeschränkungen: Es sollen sich wieder bis zu zehn Personen aus mehreren Haushalten treffen dürfen.

Schulen: Dort soll es wieder uneingeschränkten Regelbetrieb geben.

Hochschulen: Dort sollen Präsenz-Lehrveranstaltungen und solche für Erstsemester in Gruppen zulässig sein. Präsenzprüfungen sollen unter Hygieneauflagen stattfinden, allerdings ohne Teilnehmerbegrenzung.

Gastronomie: Bars und Kneipen sollen wieder öffnen dürfen. Die Gäste müssen dabei allerdings feste Sitzplätze haben und ihre Kontaktdaten angeben. Es soll ein Hygienekonzept erforderlich sein. Sollte sich die Inzidenz auch über die sieben Tage hinaus stabil unter 35 entwickeln, wird die Sperrstunde um 22 Uhr aufgehoben.

Freizeit: Theater, Konzerthäuser und Kinos sollen nun auch für die Allgemeinheit, allerdings mit begrenzter Personenzahl, öffnen dürfen. Bibliotheken sollen unter Hygieneauflagen wieder benutzt werden können. Freizeitparks sollen wieder öffnen und Ausflugsschiffe wieder ablegen dürfen.

Sport: Hallen- und Spaßbäder sowie Saunen sollen wieder öffnen dürfen. In festen Gruppen soll auch Breitensport mit Kontakt erlaubt sein, allerdings erst nach 21 Tagen stabiler Inzidenz.

Krankenhäuser und Pflegeheime: Dort sollen erweiterte Besuchsmöglichkeiten gelten, also nicht nur zwei Besucher pro Person – abgesichert durch ein Hygienekonzept.

Veranstaltungen: Sportveranstaltungen im Profi- und Amateurbereich sollen wieder mit begrenzter Zuschauerzahl stattfinden dürfen – wenn die Inzidenz nach 21 Tagen immer noch stabil unter 35 liegt. Für religiöse Veranstaltungen soll die Teilnehmerzahl angehoben werden. Treffen mit Sitzungscharakter sollen mit streng begrenzter Teilnehmerzahl und Hygienekonzept wieder zulässig sein. (mit AFP)

 

VEBWK Bewertung:

Genauso wie in der Vergangenheit ab einem bestimmten Inzidenzwert Verschärfungen in Kraft getreten sind, muss es auch Möglichkeiten für Regionen geben zu lockern, sobald sie bestimmte Werte unterschreiten. Wenn ein bundesweiter Inzidenwer Grundlage für Lockerungen sein soll, werden wir uns noch monatelang im Lockdown befinden – das ist nicht hinnehmbar. Trotzdem begrüßen wir grundsätzlich diesen Vorstoß aus Schleswig Holstein, das als erstes Bundesland überhaupt das Wort Exit in den Mund nimmt. Der VEBWK verweist seit Wochen darauf, dass Betriebe eine Perspektive brauchen und es klar formuliert sein muss unter welchen Voraussetzungen Wer Wann öffnen darf.