Die Bundesregierung hat bei der Überbrückungshilfe III wie bereits berichtet, nachgebessert.

Antragsberechtigt

sind Unternehmen, die in einem Monat einen Umsatzeinbruch von mindestens 30 Prozent im Vergleich zum Referenzmonat im Jahr 2019 erlitten haben.

Zuschusshöhe

Unternehmen erhalten eine Erstattung in Höhe von bis zu:

  • 90 Prozent ihrer monatlichen Fixkosten, wenn ihr Umsatz im Vergleich zum entsprechenden Monat des Jahres 2019 um mehr als 70 Prozent eingebrochen ist
  • 60 Prozent ihrer monatlichen Fixkosten, wenn ihr Umsatz um 50 bis 70 Prozent eingebrochen ist
  • 40 Prozent ihrer Fixkosten, wenn ihr Umsatz zwischen 30 und 50 Prozent eingebrochen ist

Die Höhe der Überbrückungshilfe III richtet sich nach den betrieblichen Fixkosten. Der monatliche Höchstbetrag wurde Mitte Januar noch mal erheblich angehoben: Pro Monat erhalten Betroffene nun maximal 1,5 Millionen Euro statt wie vorher 200.000 bzw. 500.000 Euro.

Bei der Überbrückungshilfe II war die Unterstützung auf 200.000 Euro für vier Monate gedeckelt, also auf 50.000 Euro pro Monat.

 Welche Fixkosten werden erstattet?

Nach Angaben der Bundessteuerberaterkammer werden unter anderem werden folgende Kosten anerkannt:

  • Miete und Pachten von Gebäuden und Räumen
  • Miete von Fahrzeugen und Maschinen, die betrieblich genutzt werden
  • Zinsaufwendungen für betriebliche Kredite und Darlehen
  • Ausgaben für Elektrizität, Wasser, Heizung, Reinigung und Hygienemaßnahmen
  • Betriebliche Versicherungen
  • Kosten für Telekommunikation (Telefon- und Internet, Server, Rundfunkbeitrag usw.)
  • Gebühren für Müllentsorgung und Straßenreinigung
  • Kfz-Steuer für gewerblich genutzte PKW und andere in fixer Höhe regelmäßig anfallende Steuern
  • Betriebliche fortlaufende Kosten für externe Dienstleister, zum Beispiel für die Finanz- und Lohnbuchhaltung, die Erstellung des Jahresabschlusses, Reinigung, Hausmeister usw.
  • Betriebliche Lizenzgebühren, zum Beispiel für IT-Systeme
  • Grundsteuern
  • Kosten für den Steuerberater, die bei der Beantragung der Überbrückungshilfe III anfallen
  • Personalkosten für Mitarbeiter, die nicht komplett in Kurzarbeit sind (Pauschale in Höhe von 20 Prozent der bisher genannten förderfähigen Fixkosten).
  • Kosten für Azubis (zu 100 Prozent, einschließlich der Sozialversicherungsbeiträge).

Außerdem werden mit der Überbrückungshilfe III folgende Kosten erstattet:

  • Modernisierungs-, Renovierungs- und Umbaumaßnahmen zur Umsetzung von Hygienekonzepten von bis zu 20.000 Euro pro Monat, die von März 2020 bis Juni 2021 angefallen sind
  • Abschreibungen von Wirtschaftsgütern bis zu 50 Prozent. So kann etwa ein Schausteller, der ein Karussell gekauft und per Kredit oder aus dem Eigenkapital finanziert hat, die Hälfte der monatlichen Abschreibung als Kosten ansetzen.
  • Marketing- und Werbekosten (maximal in Höhe der entsprechenden Ausgaben im Jahr 2019)
  • Investitionen in die Digitalisierung des Betriebs (beispielsweise der Aufbau und die Erweiterung eines Online-Shops oder die Eintrittskosten bei einer großen Plattform). Hier sind einmalig bis zu 20.000 Euro förderfähig.

Unternehmen aus besonders von der Coronakrise betroffenen Branchen werden weitere Kosten anerkannt. Dies betrifft Einzelhändler, Soloselbstständige, die Reisebranche (Reisebüros und Reiseveranstalter), Unternehmen der Pyrotechnik sowie die Kultur- und Veranstaltungswirtschaft.

Sonderregeln gelten für Händler

Da Einzelhändler durch den Lockdown massenhaft auf Saisonware sitzenbleiben, erkennt die Bundesregierung den Wertverlust von verderblicher Ware und Saisonware im Winter 2020/2021 als Kostenposition an. Das betrifft etwa Weihnachtsartikel, Wintermäntel oder Feuerwerk sowie Ware, die mit der Zeit unbrauchbar wird. Konkret können Händler die Warenabschreibungen zu 100 Prozent als förderfähige Fixkosten behandeln. Das gilt zusätzlich zur Möglichkeit, Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens mit 50 Prozent abzuschreiben.

Laufzeit und Ausschluss von der Überbrückungshilfe III

  1. November 2020 bis 30. Juni 2021.

Unternehmen, die November-/Dezemberhilfe erhalten, sind für diese beiden Monate nicht antragsberechtigt. Leistungen nach der Überbrückungshilfe II für die Monate November und Dezember 2020 werden auf die Überbrückungshilfe III angerechnet.

Antragstellung

Eine Antragstellung ist derzeit noch nicht möglich, voraussichtlich aber ab Mitte Februar.