Obwohl die 7- Tage Inzidenz in einigen Landkreisen schon über 600 ist und zu erwarten ist, dass die 1000er Marke in wenigen Tagen überschritten wird, so dürfen Gastronomen, Betreiber von Kultur-, Freizeit- und Sporteinrichtungen inklusive Seilbahnen voerst aufatmen.

Wie Gesundheitsminister Klaus Holetschek mitteilte, wird die sogenannte Hotspot-Regelung vorerst ausgesetzt.

Bayerns aktuelle Corona-Verordnung sieht eigentlich vor, in Regionen mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von mehr als 1.000 das öffentliche Leben drastisch herunterzufahren: Restaurants und Cafés, Fitnessstudios und Sportstätten, Fahr- und Musikschulen, Museen, Kinos und Theater müssen demnach schließen sowie viele körpernahe Dienstleistungen verboten werden.

Diese Entwarnung gilt jedoch nur voerst. Die bayerische Staatsregierung hat bereits eine neue Hotspot-Regel in Aussicht gestellt. Wie genau diese aussehen wird, ist noch unklar. Staatskanzleichef Florian Herrmann sagte am Dienstag, es gebe Überlegungen, ab der Inzidenz 1.000 die Zugangsregeln für die Gastronomie zu verschärfen – von 2G auf 2G plus. Gleichzeitig könne man überlegen, den Schwellenwert für einen „echten Hotspot-Lockdown“ in den Landkreisen generell zu erhöhen. Dies könne auch mit der Beobachtung der Intensivbetten verknüpft werden. Neue Grenzwerte müssten aber wissenschaftlich gut begründet werden.

Damit würde die bayerische Staatsregierung zumindest zum Teil dann dem Drängen von Bundeskanzler Scholz nachgeben, der für die Gastronomie deutschlandweit 2G plus fordert, nachdem einige Bundesländer bislang bei 2G bleiben.

Einziges Parameter ist damit wieder einmal die 7-Tage-Inzidenz von der man sich eigentlich schon verabschiedet hatte. Mit dem im vergangenen Jahr eingeführten Ampelsystem wurden die die landesweite Lage in den Krankenhäusern und deren Intensivstationen in den Mittelpunkt gerückt – ABER – die Ampel wurde aus der letzten Verordnung wieder gestrichen. Geblieben ist dagegen der 7-Tage-Inzidenzwert von 1000, als sogenannter Hotspotwert. Wie BR24 berichtet „stünde diese Krankenhausampel erstmals seit Anfang November wieder auf Grün: Denn die Zahl der mit Covid-Patienten belegten Intensivbetten im Freistaat ist unter den Schwellenwert von 450 gesunken, ab dem die Stufe Gelb galt.“

Omikron soll zwar ansteckender als Delta sein, auf der anderen Seite aber zu weniger Krankenhauseinweisungen führen. Deshalb bedarf es dringend neuer Bewertungsmaßstäbe. Die Inzidenz von 1000 kann nicht mehr Maßstab sein. Eine weitere flächendeckende Schließung darf nicht die Folge höherer Inzidenzzahlen sein. Spanien stellt bereits Überlegungen an, den Übergang von der Pandemie zur Endemie einzuleiten. Das heißt, trotz Rekordwerten bei den Neuinfektionen will die spanische Regierung die Corona-Pandemie gern wie eine reguläre Krankheit behandeln.