Der bayerische Ministerrat hat gestern eine Verpflichtung zum Tragen einer FFP2-Maske im Öffentlichen Personennahverkehr und im Einzelhandel ab Montag, den
18. Januar 2021, beschlossen.

Auch KN95 Masken sind zulässig.

Für Kinder bis einschließlich 14 Jahre gilt diese Pflicht nicht. In der ersten Woche sollen keine Bußgelder verhängt werden.
Für bedürftige Menschen werden 2,5 Mio FFP2 Masken zur Verfügung gestellt.

VEBWK Bewertung:
Im Frühjahr wurde noch im großen Stil dazu aufgefordert, sich Masken selbst zu nähen, da andere Masken nicht in ausreichender Zahl zur Verfügung standen. Damit wurde gleichzeitig eine gewisse Sicherheit suggeriert. Das bayerische Gesundheitsministerium hat sogar die Zulässigkeit transparenter Masken bestätigt, ohne, dass Tests durchgeführt wurden (inzwischen sind sie wieder verboten).

Auf der Internetseite des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte heißt es zu den sog. Communitymasken: „Alltagsmasken erbringen nicht die in den technischen Normen definierten Leistungsnachweise, wie sie für medizinische Gesichtsmasken und partikelfiltrierende Halbmasken gefordert sind. Sie bieten also in der Regel weniger Schutz als diese regulierten und geprüften Maskentypen. Das bedeutet aber nicht, dass sie keine Schutzwirkung haben.

Was soll uns nun dieser FFP2 Erlass sagen?

A bissl Schutz ist eben kein ausreichender Schutz!

Was muss die Konsequenz sein?

Das Tragen von FFP2-Masken reduziert die Ansteckungsgefahr auf ein Minimum. Dann muss aber auch eine baldige Beendigung des Lockdown erfolgen und Einzelhandels und Gastronomie etc. wieder geöffnet werden.

FAQ zu FFP2 Masken


Woran erkenne ich eine echte FFP2 Maske?

Echte FFP2-Masken müssen seit Oktober 2020 ein CE-Kennzeichnung haben. Zu einer vollständigen CE-Kennzeichnung gehört zwingend der Aufdruck der vierstelligen Ziffer der prüfenden Stelle im Zusammenhang mit dem „CE“ Zeichen. Anhand dieser Ziffer kann z.B. über die „Nando“-Datenbank der Europäischen Kommission geprüft werden ob diese Benannte Stelle überhaupt Persönliche Schutzausrüstung (PSA) überprüfen darf. Diese Benannten Stellen sind über ganz Europa verteilt. Dem Hersteller steht es frei zu wählen, mit welcher Stelle er zusammenarbeitet.

Zur „Nando“-Datenbank

Zusätzlich müssen auch die Nummer und das Veröffentlichungsjahr der Europäischen Norm auf der Maske abgedruckt sein. Auch Herstellername/Marke und die Anschrift sollten auf der Verpackung der Maske stehen. 

Sind KN95 ebenfalls zulässig?

Eine KN95-Maske kommt aus China und ähnelt der FFP2-Maske sehr stark in der Wirksamkeit. Die Bezeichnung KN95 hat sie deshalb, weil sie mindestens 95 % der in der Luft befindlichen Partikel filtern, die größer als 0,3 µm sind. Sie bieten wie FFP2 Masken aus Deutschland oder N95 Masken einen vergleichbaren Schutz und dürfen dementsprechend auch getragen werden. (Quelle: Antenne Bayern). Auch KN 95 oder vergleichbare Schutzklassen sind zulässig.

Wiederverwendung / Aufbereitung

Dazu schreibt das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte:
Grundsätzlich sind FFP-Masken vom Hersteller als Einmalprodukte und nicht zur Wiederverwendung vorgesehen. Dennoch werden diese Masken im Privatbereich im Alltag oft mehrfach, sogar an mehreren aufeinanderfolgenden Tagen verwendet.

Ein Forschungsprojekt an der Fachhochschule Münster und der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster zur Mehrfachverwendung von FFP“ Masken kommt zu folgendem Ergebnis:

7 Tage Trocknen bei Raumluft

Nach 7 Tagen Aufbewahrung konnte die Menge der infektiösen Coronaviren (SARS-CoV-2) auf und in den Masken auf ein akzeptables Maß verringert werden

Desinfektion im Backofen

Bei der alternativ beschriebenen Desinfektion im Backofen bei 80 Grad (1 Stunde) wird das Coronavirus unter den im Flyer erläuterten Bedingungen sogar nahezu vollständig inaktiviert. Beide Verfahren führten in den Untersuchungen weder zu einem nennenswerten Verlust der Filterleistung noch zu einer Veränderung der Maske, die diese unbrauchbar machen würde. Bei beiden Verfahren ist es außerordentlich wichtig, genau den im Flyer beschriebenen Anweisungen zu folgen.

Die im Forschungsprojekt entwickelten und im Informationsflyer der Fachhochschule Münster und der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster beschriebenen Verfahren sind nach derzeitigem Kenntnistand grundsätzlich dazu geeignet, das Infektionsrisiko bei einer Wiederverwendung von FFP2-Masken im Privatgebrauch deutlich zu reduzieren. Gleichwohl ist darauf hinzuweisen, dass die im Flyer vorgestellten Verfahren keine Garantie für einen sicheren Infektionsschutz bieten können und entsprechende Masken, sofern möglich, auch im Privatgebrauch immer nur nach den Vorgaben des Herstellers angewendet werden sollten.

Keine geeigneten Aufbereitungsmethoden

FFP2-Masken dürfen nicht in der Mikrowelle, der Wasch- oder Spülmaschine oder mit UV-Licht aufbereitet werden. Während UV-Licht i.d.R. nur an der Oberfläche wirkt, können die mechanische Belastung und die Belastung mit Reinigungsmitteln in der Wasch- oder Spülmaschine die Masken beschädigen und die Filterwirkung herabsetzen. In der Mikrowelle werden keine gleichmäßigen Temperaturen erreicht, sodass die Temperatur an einigen Stellen der Maske zu niedrig und damit unwirksam und an anderen Stellen zu hoch sein kann, was die Maske wiederum beschädigen kann.

Bezugsquellen für FFP2 Masken

FFP2-Masken finden Sie unter anderem in Apotheken, Drogerien und im Online-Handel. Die Preise variieren hier stark. Vergleichen lohnt sich daher.

Nachfolgend erhalten Sie hier einige Bezugsquellen. (Der VEBWK steht mit diesen Unternehmen in keinerlei Geschäftsverbindung.)

https://shop.heller-medizintechnik.de/corona-schutzausruestung/?p=1

www.siegmund.care

https://www.1a-medizintechnik.de/produkte/hygiene/mundschutz/