Bei der außerordentlichen Wirtschaftshilfe des Bundes gab es für die Brauereigaststätten bisher besonders hohe Hürden. Denn für diese Unterstützung ist nur antragsberechtigt, wer insgesamt mindestens 80 Prozent des Umsatzes als „direkt, indirekt oder mittelbar vom Lockdown Betroffener“ erzielt. Damit waren die Gaststätten, die Brauereien angeschlossen sind, also sogenannte Mischbetriebe, schlechter gestellt als Restaurants ohne Brauerei.

Dem wurde nun in einer Aktualisierung der Antragskriterien speziell für Brauereigaststätten Rechnung getragen. Der mit dem Verkauf von Fassbier erzielte Umsatz im Jahr 2019 wird künftig der indirekten Betroffenheit zugerechnet, weil angenommen wird, dass der Verkauf von Fassbier für Veranstaltungen erfolgte, die im November beziehungsweise Dezember 2020 nicht stattfinden durften. Gerade für kleinere Brauereigaststätten, deren Brauereibetrieb in der Regel auch den Fassverkauf umfasst, sollte es daher nun wesentlich leichter sein, die benötigte 80 Prozent-Schwelle für die Antragsberechtigung zu erreichen. Denn es wird nun jeder Fassbierverkauf, auch an den Einzel- und Großhandel, bei der Berechnung des Umsatzes der Brauereigaststätten berücksichtigt.

 Bewertung:

Der VEBWK begrüßt diese Regelung, die den Brauereigaststätten nun auch ermöglicht, in den Genuss der November/Dezemberhilfen zu kommen. Dafür haben wir uns mit mehren Schreiben auf Landes- und Bundesebene stark gemacht. Gleichzeitig darf jedoch nicht vergessen werden, dass es nach wie vor viele Mischbetriebe gibt, die weiterhin leer ausgehen. So fallen Gaststätten mit angeschlossener Metzgerei z. B. in der Regel komplett durchs Raster. Aber auch viele sogenannten mittelbar Betroffenen (v.a. Zulieferer an die Gastronomie) gehen oftmals völlig leer aus. Umso wichtiger ist deshalb eine baldige Öffnungsperspektive!