Abhängig von der Entwicklung des Sieben-Tage-Werts der Neuinfektionen und der Corona-Reproduktionszahl hat nach Schleswig Holstein nun auch Niedersachen einen Stufenplan zur schrittweise Rückkehr zur Normalität oder auch noch schärfere Maßnahmen vorgelegt. Ob der Stufenplan dann so oder modifiziert umgesetzt wird, wird nach den nächsten Gesprächen zwischen Bund und Ländern (10. Februar) entschieden werden, insbesondere auch im Lichte der ersten Ergebnisse zur Verbreitung von Virusmutationen in Deutschland.

Im Überblick:

STUFE 1 INZIDENZ UNTER 10

  • Private Treffen sind wieder unbegrenzt möglich.
  • Geschäfte und Hotels dürfen mit Hygienekonzepten öffnen.
  • Die Gastronomie darf ebenfalls öffnen, im Saalbetrieb mit bis zu 250 Personen.
  • Für Bars gilt eine Vorgabe von mindestens zehn Quadratmetern pro Person.
  • Veranstaltungen in geschlossenen Räumen können mit bis zu 500 Teilnehmern genehmigungsfrei stattfinden, bei mehr als 500 Teilnehmern dürfen höchstens 30 Prozent der Plätze vergeben werden. Abseits der Sitzplätze gilt dann eine Maskenpflicht.

STUFE 2 INZIDENZ ZWISCHEN 10 UND 25  

  • Private Treffen sind auf zehn Personen oder zwei Haushalte beschränkt, Kinder unter 14 Jahre werden dabei nicht mitgezählt.
  • Der Saalbetrieb in der Gastronomie ist auf 100 Personen beschränkt.
  • Veranstaltungen drinnen sind genehmigungsfrei mit bis zu 250 Menschen erlaubt.

STUFE 3 INZIDENZ ZWISCHEN 25 UND 50

  • Hier soll ein neuer Vorwarnwert greifen – statt wie bisher bei 35 liegt die Schwelle bei einer Inzidenz von 25.
  • Höchstens fünf Personen aus zwei Haushalten dürfen sich dann treffen.
  • Die Geschäfte dürfen mit Zugangsbeschränkungen öffnen, allerdings nur, wenn ein Abwärtstrend der Infektionszahlen erkennbar ist. Wenn zusätzlich der R-Wert unter 0,8 (derzeit: 0,94) liegt, dürfen auch Restaurants öffnen.

STUFE 4 INZIDENZ ZWISCHEN 50 UND 100  

  • Es gelten überwiegend die derzeit gültigen Vorschriften. Die Ausnahme für Kinder bei der Kontaktbeschränkung soll aber von drei auf sechs Jahre angehoben werden.

STUFE 5 INZIDENZ ZWISCHEN 100 UND 200

  • In den meisten Bereichen gelten dieselben Vorschriften wie in Stufe 4.

STUFE 6 INZIDENZ ÜBER 200 ODER R-WERT ÜBER 1,2

  • Kontakte sollen noch stärker eingeschränkt werden als bisher: Besuch darf überhaupt nicht mehr empfangen werden, lediglich für Alleinstehende erwägt die Regierung eine Ausnahme.
  • Darüber hinaus sollen Ausgangsbeschränkungen verhängt werden.

 

Komplette Übersicht des Stufenplans

 

Eine Öffnung der Gastronomie ist ab einer Sieben-Tage-Inzidenz von unter 50 vorgesehen. Das heißt, dass sich in der zurückliegenden Woche landesweit weniger als 50 Menschen auf 100.000 Einwohner mit dem Virus infiziert haben. Außerdem muss für erste Lockerungen die Reproduktionszahl unter 0,8 liegen. Das heißt, dass zehn Infizierte im Durchschnitt weniger als acht weitere Menschen anstecken, die Ausbreitung des Virus also zurückgeht.

Selbst bei einer Inzidenz unter zehn wären laut des Stufenplans aber keine Großveranstaltungen wie vor der Pandemie erlaubt – mehr als 500 Menschen dürften auch dann nicht im Inneren zusammenkommen, Sondergenehmigungen würden maximal für eine 30-prozentige Auslastung erlassen. Auch für Outdoor-Veranstaltungen gälte die 500-Personen-Grenze, allerdings wären hier Sondergenehmigungen für größere Publikumsgrößen möglich.

VEBWK Bewertung des Plans:

Positiv: Ausstiegsszenario mit längerer Vorlaufzeit

Negativ: Es kann nicht sein, dass bei lokalen Ausbruchsgeschehen und einem höheren Inzidenzwert, die Verschärfungen gleich wieder für das gesamte Bundesland gelten sollen. Hygienekonzepte und reduzierte Gästezahlen spielen in dem Konzept keinerlei Rolle, wozu die Gastronomie jedoch bereit wäre; die Vergangenheit hat gezeigt, dass das funktioniert. So gab es kaum Ansteckungen in Gastronomie und Hotellerie.

Mit diesem Entwurf liegen spürbare Lockerungen für die Gastronomie in sehr sehr weiter Ferne.