Die Anti-Corona-Maßnahmen in Bayern werden nach einem Beschluss des bayerischen Kabinetts vom 16.6.20 weiter gelockert:

Die Lockerungen im Einzelnen:

Kontaktbeschränkungen/Treffen in der Öffentlichkeit (ab 17.6.)

Die Regelung, dass sich bis zu zehn Personen aus mehreren Haushalten in der Öffentlichkeit treffen können, findet nun auch in Bayern Anwendung. Bisher dürfen sich nur Personen zweier Haushalte treffen. Bayern folgt damit einem gemeinsamen Bund-Länder-Beschluss und dem Beispiel anderer Länder, die zum Teil bereits Lockerungen der Kontaktbeschränkungen beschlossen haben – Thüringen hat diese sogar komplett aufgehoben.

Bei privaten Zusammenkünften zu Hause gilt keine Beschränkung auf einen festen Personenkreis oder eine zahlenmäßige Beschränkung, stattdessen soll dort die Personenzahl unter Berücksichtigung der allgemeinen Grundsätze (Mindestabstand) begrenzt werden.

Gastronomie (ab 22.6.20)

Die Gastronomie darf künftig bis 23 Uhr öffnen.

Auch größere private Feiern und Veranstaltungen dürfen in Gaststätten wieder stattfinden – mit bis zu 50 Personen in Innenräumen oder 100 Personen im Freien.
Sollten sich die Zahlen weiter positiv entwickeln könne diese Zahl in zwei Wochen noch einmal erhöht werden. Das bundesweite Verbot von Großveranstaltungen, das bisher bis Ende August gilt, soll laut Söder von den Ministerpräsidenten der Länder aber am Mittwoch verlängert werden.
 
Kulturelle Veranstaltungen (ab 22.6.)

Seit 15.6. sind kulturelle Veranstaltungen mit 50 Personen Innen und 100 Personen Außen zulässig. Ab 22.6. erhöht sich die zulässige Personenzahl mit fest zugewiesenen und gekennzeichneten Sitzplätzen in Innenräumen bis zu 100 Besucher, im Freien bis zu 200. Die Maskenpflicht bleibt bestehen.

Vorstandssitzungen (ab 22.6.)

Vorstandssitzungen von Vereinen und Gremiumssitzungen mit bis zu 50 Personen in Innenräumen und 100 Personen im Außenbereich sind wieder zulässig.

Maskenpflicht (ab 22.6.)

Lockerung der Maskenpflicht im Handel für Verkäuferinnen und Rezeptionsmitarbeiter im Hotel. Diese müssen künftig keine Mund-Nasen-Bedeckung mehr tragen – eine Plexiglasscheibe als Schutz soll ausreichen.

Einzelhandel (ab 22.6.)

In Läden sollen statt 20 Quadratmeter pro Kunde künftig zehn Quadratmeter reichen.
Folge: Deutlich mehr Kunden dürfen in Supermärkte, Discounter, etc. 

Wellnessbereiche (ab 22.6.)

Hotels dürfen ihre Wellnessbereiche und Innenhallenbäder wieder öffnen. Dampfbäder sollen aber noch ausgeschlossen bleiben von der Lockerung.

Busreisen (ab 22.6.)

Für Reisebusse gelten dieselben Regeln wie im öffentlichen Personennahverkehr, also eine Maskenpflicht, aber kein Mindestabstand mehr.

Camper (ab 22.6.)

Zeltcamper brauchen auf Campingplätzen kein portables WC mehr, sondern können die Anlagen des Campingplatzes nutzen.

Gottesdienste (ab 22.6.)

Für öffentlich zugängliche Gottesdienste in Kirchen, Synagogen und Moscheen sowie für die Zusammenkünfte anderer Glaubensgemeinschaften gilt ab 22. Juni 2020 ein Mindestabstand zwischen den Teilnehmern von 1,5m.

Sport (ab 22.6.)

Im Bereich des Sports kann ab dem 22. Juni 2020 die Wiederaufnahme des Lehrgangsbetriebs erfolgen. Die bislang geltenden Obergrenzen für den Outdoor- und Indoor-Sport (bisher 20 Personen) werden aufgehoben. Die künftige Teilnehmerbegrenzung ergibt sich für den Innen- und Außenbereich aus den jeweiligen konkreten räumlichen Rahmenbedingungen (Raumgröße, Belüftung).

Kindertagesbetreuung und Schule (ab 1. 7.)

Ab 1. Juli 2020 sollen alle Kinder wieder die Einrichtungen der Kindertagesbetreuung nutzen können.

Insgesamt gilt für die Kindertagesbetreuung und die Schule das Ziel, ab September wieder den Regelbetrieb aufzunehmen.

Besuchsregelungen für Krankenhäuser, Altenheime und Behinderteneinrichtungen

Das Gesundheitsministerium wird in Abstimmung mit dem Sozialministerium umgehend Vorschläge für eine Lockerung der Besuchsregelungen für Krankenhäuser, Altenheime und Behinderteneinrichtungen erarbeiten. Dabei hat der Schutz der Bewohner bzw. Patienten oberste Priorität. Ziel sind weitgehende Erleichterungen bei den Besuchsregelungen, dies stets aber nur in Abhängigkeit von den konkreten örtlichen Verhältnissen.

Katastrophenfall (ab 17.6.20)

Der Katastrophenfall wird wieder aufgehoben. Den Katastrophenfall hatte die Staatsregierung Mitte März ausgerufen, um sich im Kampf gegen die damals rasche Ausbreitung des Coronavirus Steuerungs-, Eingriffs- und Durchgriffsmöglichkeiten zu sichern. Koordinierungsstrukturen werden jedoch beibehalten.

 

Was bleibt wie bisher?

Maskenpflicht

Das Tragen eines Mundschutzes an Orten wo Social-Distancing nicht möglich ist, wie in Geschäften und öffentlichen Verkehrsmitteln ist weiterhin verpflichtend.

Mindestabstand

Wo immer möglich, ist ein Mindestabstand zwischen zwei Personen von 1,5 m einzuhalten.

Hygiene

Die bisher geltenden Hygienemaßnahmen, wie Husten- und Nies-Etikette etc. bleiben bestehen.