Eine Studie der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) sorgt für Aufsehen: Trotz gesenkter Mehrwertsteuer auf Speisen seien 91 Prozent der untersuchten Gerichte genauso teuer geblieben wie zuvor, im Schnitt seien die Preise sogar leicht gestiegen. Der Tenor vieler Berichte: Die Steuersenkung komme bei den Gästen nicht an. Der Verein zum Erhalt der bayerischen Wirtshauskultur (VEBWK) widerspricht dem entschieden.

„Dass die Preise stabil geblieben sind, ist nicht das Gegenteil von Wirkung – das ist die Wirkung“, erklärt VEBWK-Vorsitzender Franz Bergmüller. „Wer angesichts explodierender Energie-, Personal- und Wareneinsatzkosten der letzten Jahre eine stabile Speisekarte vorlegt, hat die Mehrwertsteuersenkung genau richtig eingesetzt. Die DEHOGA-Bayern-Umfrage zeigt es schwarz auf weiß: Drei Viertel der Betriebe konnten ihre Preise dank der Entlastung stabil halten, rund 80 Prozent haben damit höhere Personal- und Lohnkosten aufgefangen. Fast 85 Prozent hätten ohne die Senkung ihre Preise erhöhen müssen. Wer das als ‚kommt nicht an‘ bezeichnet, vergleicht mit einer Welt, die es ohne die Steuersenkung nie gegeben hätte.

Der VEBWK erinnert daran, dass die Mehrwertsteuersenkung nie als staatliches Preissenkungsprogramm konzipiert war, sondern als überfällige Gleichstellung mit Lieferdiensten und ToGo-Anbietern, die schon vorher zum ermäßigten Satz verkaufen durften. Der Gesetzentwurf habe den Betrieben ausdrücklich freigestellt, ob sie die Entlastung weitergeben oder zur Sicherung ihrer wirtschaftlichen Substanz nutzen. „Genau das haben unsere Wirtshäuser getan – verantwortungsvoll und im Interesse ihrer Beschäftigten“, so Bergmüller.