Seit spätestens 1. November 2021 erhalten in ganz Deutschland Ungeimpfte, die als enge Kontaktpersonen oder Reiserückkehrer aus einem Hochrisikogebiet in Quarantäne müssen und keinen vollständigen Impfschutz vorweisen können, keine Entschädigungsleistungen gem. § 56 Abs. 1 IfSG mehr. In Bayern wurde dies bereits schon so vor Monaten gehandhabt, sofern die Absonderung im Zeitraum ab dem 1. Juli 2021 begonnen hat.

Neu ist nun, dass laut dem Bayerischen Gesundheitsministerium mit Wirkung zum 15. März 2022 eine fehlende Auffrischungsimpfung zum Ausschluss des Entschädigungsanspruchs gem. § 56 Abs. 1 IfSG führen kann. Zu diesem Schluss kam bereits im Januar 2022 der Wissenschaftliche Dienst des Bundestags. Dies resultiert u. a. aus der öffentlichen Empfehlung der STIKO, dass nach der Grundimmunisierung eine Auffrischungsimpfung verabreicht werden soll und der Abstand zwischen der Grundimmunisierung und der Auffrischungsimpfung auf einen Zeitraum ab 3 Monate reduziert wurde. Laut 2.1.1.2 Buchst. a) AV Isolation gilt die Quarantänepflicht nicht für enge Kontaktpersonen, die vollständig gegen COVID-19 geimpft sind und eine Auffrischungsimpfung erhalten haben. Für enge Kontaktpersonen, die nur zwei Impfungen erhalten haben, entfällt die Quarantäne, wenn die zweite Impfung mindestens 15 Tage und höchstens 90 Tage zurückliegt (2.1.1.2 Buchst. c) AV Isolation).

D. h. lässt sich eine Person nicht 3 Monate nach der 2. Impfung boostern, hat sie im Falle einer Quarantäne als enge Kontaktperson i. d. R. keinen Anspruch mehr auf die Entschädigungsleistung gem. § 56 Abs. 1 IfSG, da eine Auffrischungsimpfung die Quarantäne vermieden hätte.