Seit dem 1. Oktober 2021 werden bereits elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen von Vertragsärzten und -zahnärzten an die Krankenkassen digital übermittelt. Arbeitgeber und Steuerberater können seit dem 1. Januar 2022 im Rahmen eines Pilotverfahrens die eAU-Daten von den Krankenkassen abfragen.

Da viele Arztpraxen technisch noch nicht für die Datenübermittlung im eAU-Verfahren ausgerüstet sind, endet die Pilotphase nun erst am 31. Dezember 2022, statt wie geplant am 30. Juni 2022. Das haben Bundestag und Bundesrat im Rahmen der Gesetzesänderung zur Verlängerung der Kurzarbeit beschlossen: Arbeitgeber sind erst ab dem 1. Januar 2023 verpflichtet, die AU-Daten erkrankter Mitarbeiter elektronisch bei deren Krankenkasse abzurufen.

Kompliziert ist die Umsetzung u. a. deshalb, weil es Unterschiede zwischen gesetzlich und privat versicherten Arbeitnehmern gibt und bspw. für Eltern, die aufgrund einer Erkrankung ihres Kindes arbeitsunfähig sind, ebenfalls Besonderheiten gelten. Zudem melden sich Beschäftigte in der Praxis teilweise telefonisch, teilweise via E-Mail krank. Auch adressiert in der Regel nicht jeder dieselbe Person. Manche wenden sich an die Personalabteilung, andere an ihren direkten oder einen höheren Vorgesetzten. Das kann deshalb problematisch sein, weil jede Krankmeldung Eingang in die Payroll finden muss.

Arbeitgeber sollten sich mit den vorzunehmenden Änderungen auseinandersetzen und ihr System entsprechend aktualisieren.

Es ist auch unbedingt anzuraten, eindeutige Regeln festzulegen, wie eine Krankmeldung durch den Arbeitnehmer zu erfolgen hat.

Die Bundesvereinigung der Arbeitgeberverbände hat einen ausführlichen FAQ-Katalog zur Umsetzung der eAU entwickelt.
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