Befristet bis zum 31. Mai 2022 können Patienten, die an leichten Atemwegserkrankungen leiden, telefonisch bis zu sieben Kalendertage krankgeschrieben werden. Die niedergelassenen Ärzte müssen sich dabei persönlich durch eine eingehende telefonische Befragung vom Zustand der Patienten überzeugen. Eine einmalige Verlängerung der Krankschreibung kann telefonisch für weitere sieben Kalendertage ausgestellt werden.

Der Anspruch auf Kinderkrankengeld bei Betreuung aufgrund der Corona-Pandemie (z.B. wegen Schul- oder Kitaschließung oder aufgrund einer Quarantäneanordnung für das Kind) wurde erneut bis zum 23. September 2022 verlängert.

Eingentlich kann man Kinderkrankengeld nur beziehen, wenn ein Kind krank ist. Sind die Anspruchsvoraussetzungen gem. § 45 SGB V erfüllt, erhalten Eltern seit Anfang 2021 auch Kinderkrankengeld, ohne dass ihr Kind krank ist, für die Kinderbetreuung in folgenden pandemiebedingten Fällen:

  • Schließung von Kitas oder Schulen oder Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen
  • Quarantäne/Betretungsverbot einzelner Klassen oder Kitagruppen /Aussetzung der Präsenzpflicht in Schulen
  • Verlängerung von Schul- oder Betriebsferien
  • Einschränkung des Zugangs zum Kinderbetreuungsangebot
  • Behördliche Empfehlung, dass das Kind Einrichtung oder Schule nicht besuchen soll

Auch Eltern, die im Homeoffice arbeiten (könnten), können stattdessen bei entsprechendem Kinderbetreuungsbedarf und bei Vorliegen der übrigen Voraussetzungen Kinderkrankengeld beantragen.

Anspruchsberechtigt sind gesetzlich versicherte, berufstätige Mütter und Väter, die selbst Anspruch auf Krankengeld haben und deren Kind unter 12 Jahre alt ist (Hat das Kind eine Behinderung und ist es auf Hilfe angewiesen, besteht der Anspruch über das 12. Lebensjahr hinaus). Privat krankenversicherte Eltern haben keinen Anspruch auf Kinderkrankengeld. Für diese besteht jedoch die Möglichkeit, eine Entschädigung für den Verdienstausfall gem. § 56 Abs. 1 a IfSG, soweit dessen Voraussetzungen erfüllt sind, geltend zu machen. Siehe hierzu auch die obigen Ausführungen zur Elternhilfe Corona. Dieser Anspruch besteht auch weiterhin für alle gesetzlich krankenversicherten und betreuungspflichtigen Eltern. Wird der Anspruch auf Kinderkrankengeld von einem Elternteil geltend gemacht, ruht jedoch der Anspruch nach § 56 Abs. 1 a IfSG.

Das Kinderkrankengeld beträgt bis zu 90 Prozent des ausgefallenen Nettoarbeitsentgelts.

Der Leistungszeitraum wurde bereits für das Jahr 2021 wie folgt ausgedehnt :

  • je gesetzlich krankenversichertem Elternteil für jedes Kind längstens für 30 Arbeitstage und bei mehreren Kindern für insgesamt höchstens 65 Arbeitstage
  • für alleinerziehende gesetzlich Krankenversicherte für jedes Kind für längstens 60 Arbeitstage und bei mehreren Kindern insgesamt aber für nicht mehr als 130 Arbeitstage.

Zuständig für einen entsprechenden Antrag der Eltern sind die Krankenkassen, die auch die Vorlage einer Bescheinigung der Einrichtung oder der Schule verlangen können. Näheres hierzu können Sie auch dem in den Downloads eingestellten Infoblatt „Corona-Arbeitsrechtliche Auswirkungen“ unter A.9.3 sowie den FAQs des Bundesgesundheitsministeriums zu Kinderkrankentagen und Kinderkrankengeld entnehmen.