„Mein Team und ich bringen in diesem Jahr mit unserem ‚Strandkorb-Festival‘ einen Hauch von Sylt und Urlaubsgefühlen in verschiedene deutsche Städte. Das Konzept funktioniert zu Zeiten von Corona, weil es schon an sich coronakonform angelegt ist. Dafür haben wir insgesamt 6.000 Strandkörbe angeschafft. Während auf der Bühne ein breit angelegtes Programm läuft, von Klassik über Kabarett bis hin zur Blasmusik, können sich die Gäste gemütlich in ihren Strandkorb kuscheln. Diese sind auf vier separaten Inseln verteilt. Verpflegung wird zuvor digital geordert und dann vom Personal geliefert.

Dieses Konzept überzeugt auch die meisten deutschen Städte. So sind in Bayern derzeit zwar nur 500 Gäste bei derartigen Veranstaltungen im Freien erlaubt, jedoch können Ausnahmegenehmigungen diese Beschränkung großzügig erweitern. Rosenheim hat beispielsweise 900 Gäste genehmigt, Augsburg 1.400.

In Regensburg gibt es jetzt allerdings Probleme. Lediglich 500 Gäste sind dort für unser Festival erlaubt. Der Antrag auf Ausnahmegenehmigung wurde abgelehnt. Der Grund sind nicht etwa Bedenken in Hinblick auf die Einhaltung der Sicherheits- und Hygienemaßnahmen während der Konzerte, sondern lediglich in Hinblick auf die Zu- und Abfahrtsgegebenheiten. Ein fadenscheiniger Grund, der einfach nur lächerlich ist und in keiner Weise nachvollziehbar. Bei großen Betrieben, beispielsweise BMW, bei denen täglich tausende Mitarbeiter ein- und ausfahren, gibt es keinerlei Bedenken. Bei uns schon. 14.500 Fans bei der Fußball-EM in der Münchner Arena, aber nur 500 auf dem riesigen Dultplatz: Das versteht keiner.

Es zieht sich wie ein roter Faden durch Corona-Zeiten: Kultur steht ganz hoch unter Infektionsverdacht und muss ganz kleingehalten werden. Da bleibt mir nur noch Sarkasmus übrig.

Für mich ist das alles einfach ein Armutszeugnis.“

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