Im Zuge der Coronapandemie, haben die Kommunen vielerorts großzügig zusätzliche Freisitze genehmigt. So auch im Stadtpark Regensburg für den „Kneitinger Unter den Linden“, der durch diese großzügige Regelung massive geschäftliche Einschränkungen abfedern konnte. Diese zusätzlichen Freisitze sollen 2023 aber wieder wegfallen. Dabei sind die 180 Sitzplätze an warmen Sommerabenden fast immer komplett belegt. Für die Beibehaltung der Freisitze hat nun einer der Anwohner eine Petition gestartet.

In der Begründung zur Petition wird ausgeführt:

„Das Kneitinger „Unter den Linden“ fügt sich mit seinen warmen Farben perfekt in den Stadtpark Regensburg ein. Dazu gehört der Biergarten am Gebäude und auch der Biergarten außerhalb der Hecke. Wie man 2021 gesehen hat, wird er sehr gut besucht und die zusätzlichen 180 Sitzplätze sind an warmen Sommerabenden fast immer komplett belegt. Die rund 3000 neuen Bewohner des nahegelegenen „Dörnbergviertels“ lechzen geradezu nach einem kühlen Feierabendbier und einer deftigen Brotzeit, ohne mit dem Auto fahren zu müssen! Deshalb kommen auch viele Gäste mit dem Radl oder zu Fuß. Für Eltern mit Kindern ideal: Die Kinder spielen auf der Wiese und Mama und Papa genehmigen sich einen kühlen Drink und haben die Kleinen immer im Auge.

Außerdem sind die Möglichkeiten, im gesamten „Inneren Westen“ eine Open-Air-Gaststätte zu besuchen, sehr beschränkt.

Die ca. 250 qm große zusätzliche Fläche ist locker mit kleinem Kies aufgeschüttet und so soll es auch bleiben (nach Aussagen der Wirte und der Brauerei). Der Boden wird nicht verdichtet und die Durchlässigkeit ist gewährleistet. Die Wasseraufnahme der umliegenden Vegetation ist dadurch nicht gestört.“

Der Verein zum Erhalt der bayerischen Wirtshauskultur e. V. begrüßt diese Petition ausdrücklich. Für die Gastronomie war die Ausweisung von Freisitze in der Corona-Pandemie der einzige Rettungsanker, um überhaupt noch halbwegs wirtschaftlich arbeiten zu können. Bereits jetzt werden schon wieder Kontaktbeschränkungen und weitere Maßnahmen für den Corona-Herbst ins Spiel gebracht. Das verheißt für die Gastronomie im Herbst nichts Gutes. Mit einem guten Sommergeschäft können die zu erwartenden Verluste im Herbst/Winter einigermaßen ausgeglichen werden. Außerdem stehen in diesem konkreten Fall keine Anliegerinteressen entgegen. Regensburg sollte sich zudem ein Beispiel an München nehmen. Dort dürfen die im Zuge der Coronapandemie ausnahmsweise genehmigten Schanigärten vor Lokalen dauerhaft bleiben. Der Kreisverwaltungsausschuss hat beschlossen, diese künftig auch ohne Pandemie jeweils von April bis Oktober zu erlauben.

Derzeit läuft in Regensburg im Haus der bayerischen Geschichte überdies die Sonderausstellung „Wirtshaussterben – Wirtshausleben“. Mit der Beibehaltung der Freisitze kann die Stadt Regensburg konkret zeigen, wie viel ihr wirklich am Erhalt der Wirtshauskultur liegt.

HIER GEHT ES ZUR PETITION