In einem offenen Brief hat nun der Verband der Münchner Kulturveranstalter die bayerische Staatsregierung kritisiert.

„Sie erlauben 14.500 Besucher in der Allianz Arena, mit im Fernsehen gut dokumentierten und mangelhaften Hygienekonzepten. Bei Kulturveranstaltungen im Freien waren bislang maximal 500 Personen genehmigt und sind erst ab heute 1.500 Teilnehmer:innen erlaubt. Finden Sie das richtig oder gerecht?

Sie lassen in Biergärten bis zu 3.000 Personen bei einem Public Viewing zu, während bei Kulturveranstaltungen immer noch nur 1.500 Personen zugelassen sind. Ist das wirklich im Sinne einer nachvollziehbaren Pandemiepolitik? Werden hier alle Bürger:innen Bayerns gleich behandelt?

Vor der Entscheidung über die Bundesnotbremse wies der VDMK öffentlich darauf hin, dass bei der Rückkehr ins öffentliche Leben Outdoor- vor Indoorspielstätten geöffnet werden müssen. Warum eröffnen Sie zuerst die Konzerthäuser, Theater und Kinos, also Indoorveranstaltungsstätten, mit bis zu 1.000 Personen, und erst viel später erlauben Sie die Open-Air-Konzepte mit nur 250, später dann 500 und jüngst 1.500 Personen, während jeder Virologe in diesem Land bestätigt, dass es draußen ungefährlicher ist.

Die Planungsperspektive für Kulturveranstaltungen ist seit Beginn der Pandemie nicht mehr vorhanden. Entscheidungen zu Zuschauerkapazitäten kommen spontan. Warum sagen Sie uns Veranstalter*innen seit letztem Sommer, wir sollen uns auf den Open-Air-Sommer 2021 vorbereiten und planen, um dann diese Planungen mit niedrigsten Kapazitäten wirtschaftlich unmöglich zu machen?

Ordnungshüter tun sich schwer Partys und spontane Ansammlungen zu unterbinden. Warum werden die Clubs und die dazugehörigen Veranstalter- und Betreiber*innen nicht eingebunden um Konzepte zu entwickeln wie man sicheres Feiern und Angebote für Jugendliche und junge Erwachsene in Pandemiezeiten wieder möglich machen kann?

Wir sind schockiert über die andauernde mangelnde Kommunikation von Politik und Verwaltung mit Kulturveranstalter*innen in Bayern im Dialog miteinander Lösungen zu
Verband der Münchener Kulturveranstalter (VDMK) e.V.“

Hier können Sie das gesamte Schreiben des VDMK einsehen.

Der VEBWK begrüßt diese klaren Worte ausdrücklich. Clubs und Discotheken waren die ersten Betriebe, die schließen mussten, und werden die letzten sein, die wieder öffnen dürfen. Es kann nicht sein, dass eine nach über 60 Jahren die Club- und Diskothekenkultur nun endgültig begraben werden soll. Unter Berücksichtigung von Schnelltests, Schutz- und Hygienemaßnahmen, Lüftungstechniken und digitalem Kontaktmanagement spricht angesichts der steigenden Impfquote nichts gegen eine Öffnung dieser Betriebe. Wenn man nicht weiteren illegale und unkontrollierte Partys Vorschub leisten möchte, dann muss die Politik schnellstmöglich einlenken.