Laut einer aktuellen Statistik des Deutschen Brauer-Bundes gibt es seit Beginn der Pandemie 40 Brauereien weniger in Deutschland. Darunter befinden sich allein 26 Unternehmen aus der Größenklasse bis 5.000 Hektoliter Jahresausstoß.

Daran sieht man, wie abhängig besonders kleine Brauereien von Festen sind, die in den vergangenen zwei Jahren nicht stattgefunden haben. Dazu kommt eine monatelang geschlossene Gastronomie. Aber auch mit Öffnen der Gastrononomie konnten weder Brauereien noch Gastronomen an die alten Umsätze anknüpfen. Strikte Zugangsregelungen und die Angst vieler Menschen vor einer Ansteckung haben das Ihrige getan.

Laut einer Dehoga-Meldung verzeichnet das Gastgewerbe deutschlandweit einen historischen Rückgang an steuerpflichtigen Unternehmen in Höhe von minus 11,1 Prozent. Nach vielen Jahren der Stabilität bedeutete das einen Verlust von fast 25.000 steuerpflichtigen Unternehmen des Gastgewerbes.

Nicht zu vergessen die ganzen Zulieferbetriebe der Gastronomie, die ebenfalls stark betroffen sind.

Ohne Wirtschaftshilfen und die Sonderregelungen für die Kurzarbeit wären diese Zahlen wohl noch dramatischer ausgefallen.

Trotzdem werden wir erleben, dass es zu einer großen Bereinigung kommt. Treffen wird es voraussichtlich in erster Linie kleine und mittelständische Betriebe, die mit ihrer individuellen Ausrichtung der Gastronomie bunte Vielfalt verliehen haben. Eigentlich branchenfremde Player wie Supermärkte oder Ikea & Co. werden der Tagesgastronomie das Geschäft weiter abgraben. Auch der Bäckerimbiss wird weiter boomen, denn er ist überall vor Ort, wird also von der Kundschaft im Homeoffice vermehrt frequentiert werden. Ketten werden das Bild der deutschen Gastronomie dominieren, wie es jetzt schon in den USA der Fall ist.

Für das klassische Wirtshaus sind die Chancen dann am Besten, wenn er als Familienbetrieb geführt wird und es auch Nachfolger gibt, die den Betrieb einmal übernehmen. To Go und Delivery werden weiterhin hoch im Kurs stehen. Und ohne attraktiven Outdoor-Bereich dürfte es sehr schwer werden zu überleben.