Anfang dieser Woche war der VEBWK auf Einladung des Dehoga Bayern, Gast beim „Gastrofrühling“ auf dem Frühlingsfest in München, an dem über 2.500 Wirte und Wirtinnen aus ganz Bayern teilnahmen.
 
Dehoga Präsidentin Angela Inselkammer schloss erneute Gastroschließungen im Herbst aus. Der reduzierte Steuersatz von 7, statt 19 % auf Speisen müsse bleiben. Man gehe auch auf die Straße, wenn es nicht so komme, kündigte Inselkammer an.
 
Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder versprach, ggf. sogar mitzumarschieren. Seiner Meinung nach sollte die reduzierte Mehrwertsteuer auch auf Getränke ausgeweitet werden. Außerdem sprach er sich erneut für die Durchführung des Oktoberfests 2022 aus – die Entscheidung darüber, trifft die Stadt München noch in dieser Woche.
 
Laut Inselkammer, stellt der Mitarbeitermangel eine große Herausforderung für das Gastgewerbe dar und auch die momentan steigenden Preise bei Energie und Lebensmitteln werden künftig für Wirte und Gäste gleichermaßen spürbar sein. Eine weitere Hürde betonte die Präsidentin in den hohen bürokratischen Auflagen, die Bayerns Gastgeber in einem selbstverantwortlichen Handeln hindern. 
 
Der VEBWK begrüßt die Ankündigungen von Söder für eine dauerhafte und auf Getränke ausgeweiteten reduzierten Mehrwertsteuersatz! Die Branche ist immer noch von der Coronapandemie gebeutelt und braucht dringend diese Entlastung, zumal auch die Energiepreise steigen. Und die Wirte können diese Preiserhöhungen nicht 1: 1 an die Gäste weitergeben, weil sich sonst irgendwann keiner mehr einen Wirtshausbesuch leisten kann.
 
Es war eine echte Wohltat wieder einmal in einem Bierzelt zu sitzen und bayerisches Lebensart zu atmen.
Trotzdem ist es schon bemerkenswert, wie schnell manche Menschen, Dinge vergessen. Söder hat mit seiner Rede den Nerv der verwundeten Seele der Wirte getroffen. Der Wahlkampf ist eröffnet und lässt grüßen; neben ihm waren auch Gesundheitsminister Holetschek, Arbeitsministerin Scharf und Justizminister Eisenreich anwesend. Aber offensichtlich haben viele Wirte vergessen, wer lange Zeit für die schärfsten Bestimmungen in ganz Deutschland verantwortlich war.
 
Der Einzige, der sich in all der Zeit wirklich für die Wirte und Ihre Belange eingesetzt hat, war unser Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger, der beim Gastrofrühling fast gänzlich unter den Tisch gefallen ist.
 
Viel Wirtshauskultur ist verloren gegangen in den letzten beiden Jahren: Feste wurden beerdigt, Stammtische haben sich aufgelöst, Betriebe haben aufgegeben oder Öffnungszeiten reduziert, die jungen Leute feiern lieber im Bauwagen statt in der Kneipe… Das Wirtshaussterben lässt grüßen!!!
 
Fazit: Eine von den Kollegen vom Dehoga Bayern toll organisierte und schöne Veranstaltung mit einem kleinen Beigeschmack!