VEBWK sieht klare Gründe für die Entwicklung in staatlichen Spielbanken

Die staatliche Spielbank Garmisch-Partenkirchen verzeichnet laut Medienberichten auch im Jahre 2011 erneut einen Ertragsrückgang von zehn Prozent. Bereits 2010 geriet das Unternehmen des Freistaats in Turbulenzen, da erhebliche Umsatzeinbußen zu Diskussionen über den Standort führten. Damit stand Direktor Peter Koppelstätter nicht allein. Auch andere Spielbankleiter, deren Häuser in unmittelbarer Grenznähe zu Österreich oder Tschechien zu finden sind, beklagten heftige Einschnitte. Personal wurde freigesetzt, Kostendämmung zu Lasten der Gäste waren die Folgen. Und warum das Ganze? Offizielle Stellen sprechen aktuell die Konkurrenz der privaten Spielhallen an. Doch das kann ja nun wirklich nicht der wahre Grund sein. Protektorat durch Staatsverträge helfen da auch nicht, denn der Markt regelt es selbst. Bereits in 2010 wurde öffentlich ausgesprochen, was zu der miserablen Lage führte: die Einführung des strikten Rauchverbots hatte großen Anteil. Spielbankgäste sind nicht selten auch Raucher. Und es ist ein Leichtes, ein paar Kilometer weiter in Österreich oder Tschechien sein Glück zu versuchen und dabei die Freiheit des Tabakgenusses zu erleben. „Der Nichtraucherschutz ist für uns – neben einigen anderen Faktoren – zum großen Problem geworden“, sagte Manfred Mahlmann, der Sprecher des Deutschen Spielbankenverbandes, in einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung schon vor einem Jahr. „Für einige Spielbanken im Lande gehe es bereits um die Existenz.“

Vor allem beim Automatenspiel haben die Spielbanken eine starke Abwanderung von Rauchern verspürt. Die Erfahrung lehrt nun mal, dass beispielsweise ein Spieler am sogenannten einarmigen Banditen gerne seinen Drink und seine Zigaretten in Griffweite hat.

Die Zahlen sprechen für sich. 2004 wurde in der Spielbank Garmisch-Partenkirchen noch 28,1 Millionen Euro umgesetzt, in 2011 waren es nur noch knapp 9 Millionen Euro. Das bayerische Rauchverbot in 2008 und dann ab August 2010 als verschärfte Version und die Flut der Internetangebote sorgten also permanent für den Abschwung. Nun sollen neue Konzepte her, aber es kann durchaus auch schon zu spät sein. Ähnlich geht es auch der Szenegastronomie, die in grenznaher Lage mit etwa 25 bis 40 Prozent Umsatzeinbußen zu kämpfen haben. Das kann kein Zufall sein. Die Verantwortlichen sollten sich überlegen, inwieweit man das Nichtraucherschutzgesetz nachbessern kann. Das hilft nicht nur den Spielbanken, sondern auch einer ganzen Gastronomiegattung. Dahinter stehen Arbeitsplätze, Geschäftsexistenzen und Schicksale, die sich nicht auf einen Defizitausgleich durch Steuergelder verlassen können.