Die Initiative für eine Aufnahme der traditionellen bayerischen Biergartenkultur als immaterielles Kulturerbe der UNESCO, hat einen ersten wichtigen Schritt getan: Der Verein zum Erhalt der bayerischen Wirtshauskultur reichte jetzt den Antrag dafür beim zuständigen Staatsministerium der Finanzen und für Heimat ein. Der VEBWK hat den Antrag stellvertretend für alle Menschen eingereicht, welche die traditionelle bayerische Biergartenkultur in Deutschland erhalten und pflegen.

Die traditionelle bayerische Biergartenkultur ist einzigartig auf der Welt. Ob das Mitbringen eigener Speisen oder das Verspeisen von typischen Biergartenschmankerln in einem traditionellen Biergarten, ebenso die vielen Bräuche und Rituale im Biergarten und natürlich die Vielfalt der Biere– das gibt es sonst nirgendwo auf der Welt.

Die kulturelle Bedeutung der traditionellen bayerischen Biergartenkultur erstreckt sich von der regionalen Identitätsstiftung über Riten und Bräuche bis hin zum Biergarten als Stätte des Konsums.

Der Antrag unterstreicht, wie wichtig die traditionelle bayerische Biergartenkultur für unser Land ist, erklärte Geschäftsführerin Dr. Ursula Zimmermann. Bayern ohne seine Biergärtenkultur wäre nicht Bayern.

Die Mitglieder des bayerischen Expertengremiums für das immaterielle Kulturerbe müssen nun entscheiden, ob die traditionelle bayerische Biergartenkultur auf die Bayerische Landesliste kommt. Nächster Schritt wäre dann die Weiterleitung an die Kulturministerkonferenz für die Aufnahme in das Bundesverzeichnis. Im letzten Schritt kann die KMK nach erneutem Votum des Expertenkomitees Immaterielles Kulturerbe den Vorschlag an die UNESCO weitermelden, damit er auf die internationale Liste kommt.

Deutschland verzeichnet derzeit vier Einträge auf der UNESCO-Liste des Immateriellen Kulturerbes der Menschheit: Das sind die Genossenschaftsidee & -praxis, der Orgelbau und Orgelmusik, die Falknerei (zusammen mit 17 weiteren Staaten) sowie der Blaudruck (zusammen mit vier weiteren Staaten). Bei einer erfolgreichen Bewerbung wird die traditionelle bayerische Biergartenkultur in das UNESCO Register Guter Praxisbeispiele aufgenommen werden.

Ein Antrag für dieses Verzeichnis muss immer von den Trägern des Kulturguts gestellt werden.

Für eine erfolgreiche Bewerbung müssen sämtliche Akteursgruppen am Bewerbungsverfahren beteiligt werden. Diese Beteiligung muss laut UNESCO-Kommission in der Bewerbung dokumentiert werden. Deshalb sind alle Personen, die Teil der bayerischen Biergartenkultur sind, sei als Biergartenbetreiber, als Angestellter in einem Biergarten, als Brauerei, als Biergartenbesucher, als Mitglied in einem Gastronomieverband, als Biergartenführer, Publizist oder in sonstiger Weise, dazu aufgerufen die Bewerbung zu unterstützen. Auch jetzt können Sie noch abstimmen.

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