Seit Oktober 2022 liegt ein Midijob vor, wenn Beschäftigte 520,01 EUR bis maximal 1.600 EUR verdienen. Im Zuge des Entlastungspakets angesichts der stark steigenden Energiekosten wird die Obergrenze des sogenannten Übergangsbereichs (Midijob-Grenze) zum 1. Januar 2023 von 1.600 Euro auf 2.000 Euro angehoben.

 

Vor dem 1. Oktober 2022 lag dagegen dann ein Midijob  vor, wenn das durchschnittliche monatliche Arbeitsentgelt 450,01 EUR bis höchstens 1.300 EUR betrug und waren damit versicherungspflichtig. Seit Oktober wären Midijober zwischen 450,01 und 520 Euro ja als Minijober eigentlich von der Versicherungspflicht befreit. Für diese Fälle gibt es aber eine Bestandsschutzregelung. Die Versicherungspflicht gilt allerdings längstens bis 31. Dezember 2023 weiter, wenn

  • sich das durchschnittliche monatliche Arbeitsentgelt nicht verändert
  • keine Befreiung von der Versicherungspflicht beantragt wird und auch
  • keine Sonderregelung in der Kranken- und Pflegeversicherung greift. 

 Damit bleibt auch der Schutz in der Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung erhalten.

Allerdings können Midijobber ihre Beschäftigung in diesem Zeitraum jedoch auch an die neuen Regelungen anpassen und eine Befreiung von der Versicherungspflicht je Sozialversicherungszweig beantragen. (Muster Antrag auf Befreiung siehe am Ende des Artikels)

 

Befreiung von der Kranken- und Pflegeversicherungspflicht

Eine solche Befreiung ist längstens bis zum 2. Januar 2023 möglich und wirkt dann immer rückwirkend ab 1. Oktober 2022.

Befreiung von der Arbeitslosenversicherungspflicht

Eine Befreiung ist längstens bis 31. Dezember 2023 möglich. Bei einer Antragstellung bis 2. Januar 2023, wirkt die Befreiung rückwirkend ab 1. Oktober 2022. Erfolgt diese später, wirkt die Befreiung dann immer von Beginn des Kalendermonats an, der auf die Antragstellung folgt.

Befreiung von der Rentenversicherungspflicht

Eine Befreiung ist längstens bis 31. Dezember 2023 möglich. Die Befreiung wirkt hier wie bisher bei den Minijobs ab Beginn des Kalendermonats des Eingangs des Antrages beim Arbeitgeber.

Welche Meldungen sind notwendig?

Für Bestandsschutzfälle sind Änderungen im Meldeverfahren zu veranlassen.


Bis 30.09.2022

Eine Meldung an die Krankenkasse mit dem Meldegrund 32, Beitragsgruppenschlüssel 1111 und der Personengruppe 101.

Ab 01.10.2022

Eine Meldung an die Krankenkasse mit dem Mel
degrund 12, Beitragsgruppenschlüssel 1011 und der Personengruppe 109.
Außerdem eine Meldung an die Minijob-Zentrale mit
dem Meldegrund 12, Beitragsgruppenschlüssel 01/500 und der Personengruppe 109.
Die Personengruppe orientiert sich einheitlich an der ab dem 1. Oktober 2022 grundsätzlich geringfügig entlohnten Beschäftigung und lautet deshalb bei bei-
den Einzugsstellen „109“.
Der Beitragsgruppenschlüssel kann abhängig vom Einzelfall variieren, wenn ein Befreiungsantrag in der Kranken-/Pflege- und/oder Arbeitslosenversicherung gestellt wurde bzw. in der Kranken-/Pflegversiche- rung die Voraussetzungen für die Familienversicherung erfüllt sind.

Der VEBWK empfiehlt jedoch allen Arbeitgebern ihre Mitarbeiter über der Grenze von 520€ anzumelden, wenn diese vorher schon versicherungspflichtig waren.

Lesen Sie zu diesem Thema auch den ausführlichen Artikel bei Haufe

Muster Antrag auf Befreiung bei Midijobs