Den Bund-Länder-Beschluss, 2G plus einzuführen – also eine Testpflicht für Genesene und doppelt Geimpfte – setzt Bayerrn nicht um. Damit bleibt es in Bayern bei 2G für einen Restaurantbesuch.

Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger verteidigte den bayerischen Sonderweg: Es sei die richtige Entscheidung, in der Gastronomie nichts zu verändern. Bei einer 2G-plus-Regelung wäre nach seinen Worten das schnelle Essen-Gehen in der Mittagspause für viele nicht mehr drin. Aiwanger erklärte, nur bei einem Prozent der 2G-Kontrollen in der Gastronomie gebe es Beanstandungen – man habe eine „sehr große Disziplin“ festgestellt.

Der VEBWK hatte sich im Vorfeld vehement gegen eine Verschärfung der Gastronomieregelungen ausgesprochen. Welche Folgen die Einführung von 2G plus in der Gastronomie hätte, haben wir gestern mit unserer Pressemitteilung noch einmal eindrücklich vor Augen geführt. Umso erleichterter sind wir heute, dass zumindest dieser Kelch an der bayerischen Gastronomie vorüber gegangen ist. Trotzdem muss Bayern sobald wie möglich zu 3G zurückkehren. Die Impfzahlen und auch die Booster-Impfungen steigen.  Der Ausschluss der Ungeimpften – immerhin noch fast ein Drittel der Bevölkerung trägt weiter zur Spaltung der Gesellschaft bei. Wirte stehen jedoch per se für Gastfreundschaft. Deshalb sollte es auch ihnen überlassen bleiben, ob sie auch Ungeimpfte bewirten oder nicht. Ebenso wie seinerzeit bei den Raucherclubs hat so auch der Gast das Wahlrecht, ob er dieses Lokal aufsucht, oder nicht.

Weitere Ergebnisse der heutigen bayerischen Kabinettsitzung:

Es gibt nur Anpassungen aufgrund der Beschlüsse der MPK, ansonsten jedoch keine Erleichterungen bzw. Verschärfungen

Die 15. Bayer. Infektionsschutzmaßnahmenverordnung (15. BayIfSMV) wird bis einschließlich 9. Februar 2022 verlängert.

Zum 12. Januar 2022 wird sie ferner in folgenden Punkten angepasst:

  1. Wie bislang entfällt die Pflicht zur Vorlage eines zusätzlichen Testnachweises in 2G plus-Bereichen für Personen, die eine Auffrischimpfung nach einer vollständigen Immunisierung erhalten haben. Künftig gilt dies im Gleichklang mit dem letzten MPK-Beschluss bereits unmittelbar ab der Auffrischimpfung (nicht erst wie bisher nach Ablauf von 14 Tagen nach der Impfung). Zusätzlich entfällt die Pflicht zur Vorlage eines zusätzlichen Testnachweises für Personen, die nach vollständiger Immunisierung eine Infektion überstanden haben (Impfdurchbruch).
    Die Ausnahme von 2G in der Gastronomie, im Beherbergungswesen sowie bei sportlicher, musikalischer oder schauspielerischer Eigenaktivität zugunsten minderjähriger Schülerinnen und Schüler, die regelmäßig getestet werden, wird fortgeführt und soll auch künftig gelten.
  2. Die Regelungen zur Quarantäne für Kontaktpersonen und Isolation werden zum 11. Januar 2022 angepasst.2.1. Die Dauer von Quarantäne und Isolation beträgt zehn Tage. Nach sieben Tagen ist eine Freitestung durch Nachweis eines negativen PCR- oder Antigen-Schnelltests möglich. Bei Personen in Isolation gilt dies nur, wenn sie vor der Testung 48 Stunden symptomfrei waren.

    2.2. Für Beschäftigte in vulnerablen Einrichtungen werden aufgrund der besonderen Schutzbedürftigkeit der dort untergebrachten Menschen für die Wiederaufnahme des Dienstes nach Quarantäne oder Isolation eine Freitestung durch PCR-Test oder fünf Tage lang tägliche negative Schnelltests verlangt.

    2.3. Für Schülerinnen und Schüler sowie Kinder in Angeboten der Kinderbetreuung ist eine Freitestung bei einer Quarantäne als Kontaktperson bereits nach fünf Tagen möglich (PCR-Test oder Antigen-Schnelltest).

    2.4. Sobald der Bund die hierfür notwendigen Rechtsänderungen vorgenommen hat, werden künftig enge Kontaktpersonen, die einen vollständigen Impfschutz samt Auffrischungsimpfung vorweisen, sowie vergleichbare Gruppen wie frisch Geimpfte und Genesene, von der Quarantäne ausgenommen.