Schon seit einiger Zeit kommt immer wieder die Debatte auf, ob nach einem Werbeverbot für das Rauchen nicht auch die Alkoholwerbung verboten gehört. Das Landgericht Berlin hat nunmehr den Aspekt der Bierwerbung, dass maßvoller Genuss von Bier durchaus gesund sein kann, was aktuelle Studien auch eindeutig belegen, nicht im Einklang mit den EU-Vorgaben diesbezüglich ist! Nachdem bis zu 250000 € Strafandrohung darauf stehen, hat der Bayerische Brauerbund ebenfalls bis zur höchstrichterlichen Entscheidung entsprechende Werbung von seinen Publikationen genommen. Leider muss man diesen Prozess der Bevormundung auch zu Ende denken, denn dies kann auch nur der Anfang sein. Dann wären ca. 500 Millionen Werbeaufträge für das Bier nicht mehr möglich, was selbst die Sportwerbung betreffen würde. Auch Brauchtumsfeste müssten auf den Einzug der prachtvollen Bierwägen verzichten, wenn sich die bevormundenden Gesundheitsfanatiker mit Verboten durchsetzen würden! Glaubt denn jemand wirklich, dass man mit Werbeverboten Jugendalkoholismus oder generell die Alkoholsucht bekämpfen kann. Viel wichtiger wäre es, dass die Sozialbetreuungsarbeit und Prävention ausgebaut werden nach dem Motto „Probleme bei den Wurzeln packen“!

Artikel: Münchner Merkur