Der Bundestag hat dem neuen Mindestlohn von zwölf Euro und der neuen Minijob-Grenze von 520 Euro am 03.06.2022 zugestimmt. Arbeitgeber müssen ab Oktober ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern mehr zahlen. Aber die neue Minijob-Grenze bringt auch Vorteile: Bei künftigen Mindestlohnsteigerungen müssen Arbeitgeber nicht mehr die Stunden anpassen. Denn die Minijob-Grenze ist zukünftig an den Mindestlohn gekoppelt.

Wichtig für Arbeitgeber

Prüfen Sie Ihre Löhne und erhöhen diese spätestens zum 01.10.2022 erhöhen, falls der Mindestlohn von zwölf Euro pro Stunde nicht eingehalten wird. Dabei gilt es auch zu prüfen, ob Entgeltbestandteile beim Mindestlohn zu berücksichtigen sind oder nicht. Nicht zu berücksichtigen sind beispielsweise Sachbezüge und Firmenwagen.

Aufgepasst bei der Aufzeichnungsfrist

Das Gaststätten- und Beherbergungsgewerbe sind neben anderen aufzeichnungspflichtigen Branchen nach dem Mindestlohngesetz aufzeichnungspflichtig. In diesen Branchen sind Beginn, Ende und Dauer der täglichen Arbeitszeit innerhalb von sieben Tagen nach geleisteter Arbeit aufzuzeichnen.

Bisher entfallen diese Aufzeichnungspflichten, wenn Arbeitnehmer mehr als 2.958 Euro brutto pro Monat verdienen oder innerhalb der letzten zwölf Monate monatlich immer mehr als 2.000 Euro brutto verdient haben. Der Gesetzgeber hebt diese Grenzen für die Aufzeichnungspflicht nun auf 4.176 Euro beziehungsweise 2.784 Euro an.

Auswirkung auf Minijobs

Bisher hat sich bei jeder Mindestlohnerhöhung die Arbeitszeit der Minijobber reduziert. Bei einem Mindestlohn von aktuell 9,82 Euro pro Stunde können Minijobber 45,8 Stunden pro Monat (45,8 Stunden x 9,82 Euro = 449,76 Euro) arbeiten, ohne dass sie die 450-Euro-Grenze überschreiten. Mit der Erhöhung des Mindestlohns auf 10,45 Euro zum 01.07.2022 können Minijobber nur noch 43 Stunden pro Monat arbeiten (43 Stunden x 10,45 Euro = 449,35 Euro).

Ab dem 01.10.2022 wird die Minijob-Grenze nun an den gesetzlichen Mindestlohn gekoppelt. Die Minijob-Grenze steigt dann auf 520 Euro pro Monat. Bei zwölf Euro Mindestlohn kann der Arbeitnehmer dann 43,3 Stunden pro Monat arbeiten (43,3 Stunden x 12 Euro = 519,60 Euro).

Würde der Mindestlohn zum 01.01.2024 auf 12,75 Euro steigen, so würde sich laut Gesetz die Minijob-Grenze automatisch auf 552,50 Euro erhöhen. Die monatliche Stundenhöchstzahl bliebe mit 43,3 Stunden konstant.

Midijobs ab Oktober

Midijobs sind Tätigkeiten zwischen einem 450-Euro-Minijob und einer Beschäftigung, bei der Arbeitnehmer 1.300 Euro monatlich verdienen. Für Arbeitnehmer haben Midijobs den Vorteil, dass sie geringere Arbeitnehmeranteile zur Sozialversicherung zahlen. Daher haben sie mehr Netto vom Brutto. Dieser Übergangsbereich erhöht sich ebenfalls zum 01.10.2022 von bisher 1.300 Euro auf 1.600 Euro. Die Gleitzone zwischen Minijob und regulärer Beschäftigung beginnt aktuell bei 450,01 Euro; ab dem 01.10.2022 liegt sie bei 520,01 Euro.