Laut einer aktuellen Umfrage des Dehoga Bundesverbandes nennen die Betriebe die explodierenden Energiekosten (89,4%) als derzeit größte Herausforderung, gefolgt von steigenden Lebensmittelpreisen (86,8%) und Personalkosten (64,9%).

Gemäß BDWE Chefin Kertin Andreae kommen die höheren Preise durch die langfristigen Beschaffungsstrategien der Energieversorger zwar nur mit Verzögerung bei den Kundinnen und Kunden an, doch je länger das Preisniveau hoch bleibe, desto mehr würden sich die Großhandelspreise in den Tarifen niederschlagen und diese auch auf längere Sicht beeinflussen.

Schon vor der russischen Invasion in die Ukraine haben die Unsicherheiten auf den Energiemärkten und die angespannte Versorgungslage mit Erdgas die Preise für Energie dramatisch nach oben getrieben.

Verbraucher mussten für Haushaltsenergie und Kraftstoffe insgesamt 22,5 Prozent mehr zahlen als im Februar 2021. Dabei stiegen die Preise für Strom um 13 Prozent, für leichtes Heizöl um 52,6 Prozent und für Benzin um 24,2 Prozent. Bei Erdgas haben die Statistiker über alle Abnehmergruppen einen Anstieg von 125,4 Prozent ermittelt.

Kohle

Angesichts des Kohlestopps aus Russland als Reaktion auf den Krieg in der Ukraine werden die Kohlepreise weiter steigen.

Erdgas

Die aktuellen Gasreserven reichen noch bis Oktober, sollte der „Hahn“ jetzt abgedreht werden. Beim Erdgas liegen die Preise derzeit bei 8-9 Cent im Gegensatz zu 1,5 Cent vorher.
Ein kalter Winter hatte im vergangenen Jahr die Vorräte verbraucht und Russland – der wichtigste Gaslieferant – verknappte den Durchfluss.

Strompreis

Die Strompreise sind von ursprünglich 3-5 Cent auf derzeit 20-25 Cent gestiegen (reiner Energiepreis ohne Steuern und Abgaben).

Die Kosten für den Produktionsprozess der Industrie und den Lebensunterhalt des Einzelnen steigen, weil der Staat mit seiner Klimapolitik die Energiekosten mutwillig verteuert. 51 Prozent des Strompreises für Haushaltskunden entfallen auf Steuern, Abgaben und Umlagen. Beim Industriestrom sind es 48 Prozent.

 

Die einzig positive Nachricht: Die EEG-Umlage wird zum 1.7.2022 auf Null gesetzt, was faktisch eine Reduktion um 3,7 Cent entspricht. Entgegen landläufiger Meinung wird die EEG Umlage jedoch nicht abgeschafft, sondern nur auf Null gesetzt, so dass die Bundesregierung sich eine Hintertür offen hält und die Umlage theoretisch jederzeit wieder einführen kann.

Die Beibehaltung der 7%-Mehrwertsteuer auf Speisen und Ausweitung auf Getränke ist für die Wettbewerbsfähigkeit und Zukunftssicherung unserer Branche damit die einzige Möglichkeit einer größer angelegten Kostenreduzierung

In einem Leitfaden hat der DEHOGA Bundesverband Einsparmaßnahmen zusammengestellt, die schnell und kostengünstig umgesetzt werden

Leitfaden Einsparmaßnahmen