23 Dez 2021

Mit einem offenen Brief hat sich gestern der Verein zum Erhalt der bayerischen Wirtshauskultur an Ministerpräsident Söder, Staatsminister Aiwanger und Staatsminister Füracker gewandt. Der VEBWK fordert darin eine bayerische Sonderhilfe für Clubs und Diskotheken                                                                                            

Bayerische Sonderhilfe für Clubs und Diskotheken                                                                                                                

Sehr geehrter Herr Ministerpräsident,
sehr geehrte Herren Staatsminister,

der VEBWK begrüßt ausdrücklich die Hilfe für die Marktkaufleute und Schausteller durch die „Bayerische Sonderhilfe Weihnachtsmärkte“. Mit der Zahlung des Unternehmerlohns in Höhe von 1.500 Euro für die Monate November 2021 bis März 2022 wird dem Umstand Rechnung getragen, dass diese Branche seit Beginn der Pandemie praktisch fast keine Einnahmen mehr erzielt hat.

Für eine andere Branche, die ähnlich stark von der Pandemie betroffen ist, gibt es dagegen keine Sonderhilfe: Die Clubs und Diskotheken

Im Bayern durften die Diskotheken erst am 01. Oktober 2021 wieder öffnen dürfen. In KW 47 (ab dem 25.11.) wurde dann das Betreiben der Betriebe per behördlicher Anordnung leider wieder untersagt.

Von März 2020 bis 1. Oktober 2021 waren diese Betriebe komplett geschlossen. In den vier Wochen, in denen Clubs und Diskotheken dann nach der langen Pause wieder geöffnet hatte, mussten die Betreiber drei Corona-Regeländerungen umsetzen: erst 3Gplus, dann 2G und zuletzt 2G plus. Die Kosten für das Hochfahren der Betriebe und die bald darauf wieder erfolgten Schließungen sind enorm. Personal musste neu eingestellt und angemeldet/abgemeldet werden, Schankleitungen mussten mit Qualitätskontrollen gereinigt werden, die angezapften Getränke mussten entsorgt werden. Dazu kommen die Kosten für gekaufte Lebensmittel und Werbekosten etc.

Umso unverständlicher ist es, dass der Bund die Förderhöchstquote bei der Überbrückungshilfe IV von bisher 100 Prozent auf 90 Prozent im Rahmen der Überbrückungshilfe IV senken wird. Ob das das richtige Signal der Bundesregierung an die betroffenen Unternehmer ist, darf bezweifelt werden.

Angesichts des sich abzeichnenden Quasi-Lockdowns im Kampf gegen Omikron ist es falsch, die Unterstützungsleistungen für die Unternehmen im neuen Jahr zu senken. Die Fixkostenerstattung bei der Überbrückungshilfe 4 muss auch 2022 bei 100 Prozent bleiben und der Eigenkapitalzuschuss muss bei 40 Prozent der förderfähigen Fixkosten bleiben.

Wir bitten Sie, sich dafür auf Bundesebene stark zu machen.

Darüber hinaus wäre es nicht nur ein großes Zeichen der Wertschätzung, sondern es ist sogar eine Notwendigkeit für die Branche, dass auch die Betreiber von Clubs und Diskotheken einen Unternehmerlohn in Höhe von 1.500 € erhalten – genauso wie die Schausteller.

Die Zahl der Clubs und Diskotheken geht kontinuierlich zurück. 2019 gab es fast ein Drittel weniger als noch 2012. Zahlen für 2020 liege noch nicht vor, doch dürfte sich dieser Trend durch die monatelangen Schließungen beschleunigen.

Mit der Schließung von Clubs und Diskotheken geht ein wichtiges Stück Kulturgut verloren. Clubs und Discotheken tragen maßgeblich zur Attraktivität und Lebensqualität einer Stadt oder Gemeinde bei und durch ihre Subkultur auch zum Abbau von Vorurteilen.

Wir appellieren an Sie sich gemeinsam mit uns für den Erhalt der Bayerischen Wirtshauskultur, zu der auch Clubs und Bars gehören, einzusetzen.

 

Mit freundlichen Grüßen

Franz Bergmüller                             Dr. Ursula Zimmermann
Vorsitzender                                      Geschäftsführerin