Der Verein zum Erhalt der bayerischen Wirtshauskultur (VEBWK) beobachtet das vom britischen Parlament verabschiedete Gesetz zum schrittweisen Tabakverkaufsverbot mit großer Sorge. Das Gesetz untersagt allen nach dem 1. Januar 2009 Geborenen lebenslang den Kauf von Zigaretten und Tabakprodukten. Der VEBWK warnt eindringlich davor, ein solches Modell als Vorbild für Deutschland heranzuziehen.

„Ganze Jahrgänge mit einem lebenslangen Kaufverbot zu belegen, ist ein schwerer Eingriff in die Persönlichkeitsrechte“, erklärt VEBWK-Vorsitzender Franz Bergmüller. „Ein erwachsener Mensch, der nach 2009 geboren wurde, soll in Großbritannien nie in seinem Leben legal eine Zigarette kaufen dürfen – das ist Bevormundung, kein Gesundheitsschutz.“

Der VEBWK-Vorsitzende verweist auf die offenkundigen Widersprüche in der aktuellen Drogenpolitik: „Schon das bestehende Kaufverbot unter 18 Jahren wird regelmäßig ausgehöhlt. Gleichzeitig werden auf der anderen Seite Drogen zunehmend legalisiert. Wer Cannabis freigibt, aber Tabak verbieten will, hat den Kompass verloren.“

Bergmüller erinnert an die Lehren der Geschichte: „Schon in Zeiten der Prohibition hat sich gezeigt, wohin Verbote führen: Der Konsum verschwindet nicht, er wandert in schwarze Kanäle. Wer glaubt, Rauchen oder Alkoholkonsum per Gesetz abschaffen zu können, irrt.“

Dass solche Verbote politisch keineswegs unumkehrbar sind, zeigt das Beispiel Neuseeland: Dort hatte die Labour-Regierung unter Jacinda Ardern Ende 2022 ein nahezu identisches Gesetz beschlossen. Die konservative Nachfolgeregierung kippte es weniger als zwei Jahre später wieder.

„Natürlich sollte Tabak-, wie auch Alkoholkonsum in vernünftigen Maßen stattfinden – das bestreitet niemand“, betont Bergmüller. „Aber Prävention und Aufklärung sind immer sinnvoller als Verbote. Wer ernsthaft Gesundheitsschutz betreiben will, muss informieren und aufklären, nicht bevormunden und kriminalisieren. Nachhaltige Verhaltensänderungen entstehen durch Wissen und Eigenverantwortung.“

Der VEBWK hatte bereits im Februar 2026 in einer Stellungnahme zur geplanten Tabaksteuererhöhung in Deutschland auf die Gefahren einer verfehlten Verbots- und Verteuerungspolitik hingewiesen. Die Erfahrungen mit den massiven Tabaksteuererhöhungen zwischen 2002 und 2005 hätten deutlich gezeigt: Überzogene Eingriffe lassen den Schwarzmarkt wachsen – außerhalb jeder staatlichen Kontrolle, ohne Qualitätsstandards und ohne Jugendschutz.

„Die Geschichte zeigt eindeutig: Verbote und massive Verteuerungen führen nicht zum Verschwinden des Konsums, sondern zu dessen Verlagerung in den Schwarzmarkt“, warnt Franz Bergmüller. „Wir fordern die deutsche Politik auf, sich von solchen Experimenten nicht blenden zu lassen und stattdessen auf bewährte Mittel zu setzen: Aufklärung, Prävention und den Respekt vor der Eigenverantwortung mündiger Bürger.“