Aktuelle Entwicklungen im Gastgewerbe: Zahlenspiegel des ersten Quartals 2026 zeigt Erholung mit anhaltenden Herausforderungen
Die aktuellen Zahlen der Bundesagentur für Arbeit zeigen ein gemischtes Bild für das Gastgewerbe. Einerseits entwickelt sich die Beschäftigung weiterhin stabil, andererseits bleiben Fachkräftemangel, steigende Kosten und wirtschaftliche Unsicherheiten große Herausforderungen.
Mit rund 1,108 Millionen sozialversicherungspflichtig Beschäftigten liegt das Gastgewerbe inzwischen wieder über dem Vorkrisenniveau von 2019. Gleichzeitig ist die Zahl der Minijobber deutlich gestiegen, ein Hinweis darauf, dass viele Betriebe ihren Personalbedarf zunehmend flexibel decken müssen. Die Zahl der offenen Stellen ist dagegen rückläufig, was sowohl auf die schwache Konjunktur als auch auf eine zurückhaltendere Personalplanung schließen lässt.
Auch die touristische Nachfrage entwickelt sich unterschiedlich. Die Zahl der Ankünfte und Übernachtungen ist gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Während der Inlandstourismus das Vorkrisenniveau bereits übertroffen hat, liegen die internationalen Gästezahlen weiterhin unter den Werten von 2019.
Sorgen bereitet weiterhin die wirtschaftliche Lage vieler Betriebe. Trotz steigender Nachfrage stehen Hotellerie und Gastronomie unter erheblichem Kostendruck. Hinzu kommen eine hohe Zahl an Betriebsaufgaben und Insolvenzen sowie ein anhaltender Rückgang der gastgewerblichen Unternehmen gegenüber 2019. Deutschlandweit gab es 2024 rund 206.000 umsatzsteuerpflichtige Gastgewerbebetriebe, rund 7,3 Prozent weniger als vor der Corona-Pandemie.
Positiv ist hingegen die Entwicklung bei der Ausbildung. Die Zahl der Auszubildenden in den gastgewerblichen Berufen ist leicht gestiegen. Besonders erfreulich entwickeln sich die Ausbildungsberufe Fachkraft Küche und Fachkraft für Gastronomie, die deutliche Zuwächse verzeichnen.
Die Branche hat ihre Widerstandsfähigkeit vielfach bewiesen. Nun ist die Politik gefordert, mit weniger Bürokratie, niedrigeren Belastungen und mehr Flexibilität die Voraussetzungen für nachhaltiges Wachstum zu schaffen.
Drei Steuern, eine falsche Richtung: Schluss mit der Belastung unserer Gastronomie!
Plastiksteuer, Zuckersteuer und höhere Tabaksteuer treffen Verbraucher und Gastronomie gleichermaßen. Die Betriebe des Gastgewerbes, der Veranstaltungswirtschaft und des Nachtlebens stehen bereits unter enormem Kostendruck. Zusätzliche Abgaben gefährden Wettbewerbsfähigkeit, Konsum und Arbeitsplätze. Statt immer neuer Steuern brauchen wir verlässliche Rahmenbedingungen, weniger Bürokratie und eine Politik, die unsere Betriebe stärkt, statt sie weiter zu belasten.
Der VEBWK fordert: Keine neuen Belastungen auf Kosten unserer Branche – Entlastung statt Steuerlawine!
Mocktails im Trend: Junge Menschen trinken öfter alkoholfrei
Alkoholfreie Cocktails werden immer beliebter, besonders bei jungen Menschen. Gesundheit, bewusster Genuss und der Wunsch, ohne Alkohol auszugehen, treiben den Trend voran. Für Gastronomie und Bars bieten Mocktails neue Chancen, zusätzliche Gäste zu gewinnen.
Minijobs sind unverzichtbar für Bayerns Wirtshauskultur!
„Ohne Minijobber würden viele Wirtshäuser, Restaurants und Hotels ihren Betrieb kaum noch aufrechterhalten können. Ob beim Abendgeschäft, am Wochenende, bei Hochzeiten oder während der Saison: Wir brauchen flexible Arbeitskräfte genau dann, wenn unsere Gäste da sind.
Die geplanten Mehrbelastungen treffen unsere Branche zur Unzeit. Die Betriebe kämpfen ohnehin mit hohen Personal-, Energie- und Lebensmittelkosten. Wenn Minijobs immer teurer werden, müssen Gastronomen zwangsläufig überlegen, Öffnungszeiten zu verkürzen, Veranstaltungen einzuschränken oder ihr Angebot zu reduzieren. Am Ende leiden auch die Gäste und die Beschäftigten darunter.
Der Minijob ist kein überflüssiges Privileg, sondern ein bewährtes Beschäftigungsmodell, von dem Arbeitnehmer und Arbeitgeber gleichermaßen profitieren. Rentner können ihre Einkünfte aufbessern, Studenten ihr Studium finanzieren und Betriebe personelle Engpässe abfedern.
Der VEBWK setzt sich deshalb für den Erhalt der Minijobs und gegen zusätzliche Belastungen für die Betriebe ein. Die geplanten Erhöhungen der Pauschsteuer und die Einführung zusätzlicher Pflegeversicherungsbeiträge würden die Beschäftigung unnötig verteuern. Auch eine Abschaffung des Minijob-Modells wäre für unsere Branche ein schwerer Rückschlag.
Wer Bayerns Wirtshauskultur erhalten will, muss auch die flexiblen Beschäftigungsformen erhalten, die sie möglich machen.“