Das „alte Jahr“ geht zuende – vor uns liegt ein Neues Jahr voller Herausforderungen, spannenden Entwicklungen und vielen Aufgaben zur Erhaltung der bayerischen Wirtshauskultur. Zeit für einen kurzen Rückblick.

VEBWK und das Rauchverbot in Bayern
Der Verein bemühte in mehreren Verfahren die Gerichte. Speziell der Musterprozess unseres Vorstandsmitgliedes Matthias Stuhler fand hohe Beachtung bei Gericht, in den zuständigen Ämtern und auch in der Öffentlichkeit. Der anhaltende Trend verhinderte den Erfolg, aber die Sensibilisierung des Themas wurde aufrecht gehalten. Parallel begleitete der VEBWK mehrere lokale Verfahren, konnte als Unterstützer der Shisha-Klage in München punkten. Vorrangig geht es dabei um die Klärung des Begriffs „geschlossene Gesellschaft und deren Auslegung“. Mit einem Flyer über die Möglichkeiten der „geschlossenen Gesellschaft“ wurden die Mitglieder umfassend informiert. Des weiteren beteiligte sich der VEBWK an der Bayern Umfrage des Münchner Meinungsforschungsinstituts und erhielt neue Argumente zum Themenkreis Ausgehverhalten, Protestwilligkeit und die Meinung über Einschnitte der persönlichen Freiheitsrechte. Eine Beteiligung an der Studie „Situation der bayerischen Kleingastronomie nach einem Jahr Rauchverbot“ wurde sehr aufmerksam wahrgenommen. Heute zählt diese Studie zu den wichtigen Argumentationshilfen in allen Bundesländern.
Zum 01.November 2011 schaltete der VEBWK eine „Traueranzeige“ in verschiedenen Tageszeitungen in Bayern. Auch diese Aktion erhielt Beachtung und das Thema bleibt in der Optik. Ganzjährig wurden politische Gespräche mit allen im Landtag vertretenen Parteien geführt. Das Bemühen, sich für den Ausgleich der Interessen zwischen Rauchern und Nichtrauchern einzusetzen, wurde durch eine relativ unbewegliche Haltung der Politik geschmälert. Die Parteien verstecken sich hinter dem Votum des Volksentscheides. Daher machen Maximalforderungen zur Änderung des Gesetzes vom 01.08.2010 derzeit keinen Sinn. Mit Ausblick auf die Landtagswahlen 2013 wird der VEBWK dieses Engagement jedoch intensivieren.

VEBWK und das Problem „Stille Tage“
In diesem Jahr führte der Verein mehrere Gespräch mit der katholischen und evangelischen Kirche. Gerne hätten wir den geplanten „Runden Tisch“ im Innenministerium realisiert. Dieses scheiterte jedoch an der ablehnenden Haltung von Innenminister Joachim Herrmann, der „im Moment keine Anzeichen für konkrete Lösungsvorschläge“ sieht. Wir werten dieses als Ausweichmanöver, denn dem Minister geht es wohl eher darum, eine Versammlung aller Parteien und Institutionen an einem Tisch zu verhindern und so keine Offenbarung der tatsächlichen Verantwortlichkeiten entsteht. Der VEBWK bleibt gemeinsam mit dem BHG DEHOGA-Bayern und den Münchner Kulturveranstaltern an diesem wichtigen Thema dran.

VEBWK und die Diskussion um Sperrzeitverlängerung
Im Moment ist es um dieses Thema wieder etwas leiser geworden, allerdings erlassen immer mehr Städte und Gemeinden individuelle Sperrzeitregelungen, die die allgemeine „Putzstunde“ ( 5-6 Uhr) aushebeln. Die Initiative dafür ging ebenfalls vom Innenminister Herrmann aus, der dabei vom Bayerischen Städtetag unterstützt wurde. Der VEBWK hat hier eindeutig Stellung bezogen und auf eine Landtagseingabe entsprechend reagiert. Der Innenminister wurde aufgefordert, sich dem Thema zu stellen und es wurde darauf hingewiesen, das gesellschaftliche Probleme durch überzogene Regelungen nicht gelöst werden, sondern nur ein höherer Verwaltungsaufwand entstünde bei zusätzlichen Kosten für die Gastronomen. Auch hier wird der VEBWK mit Argusaugen und direkter Einflussnahme den Werdegang begleiten.

VEBWK vertritt die Gastronomie auch beim Thema Glücksspielstaatsvertrag
Der Verein unterstützte die Unterschriftenaktion des Bayerischen Automatenverbandes. Vor allem unter Berücksichtigung des Vorhabens, die Anzahl der Spielautomaten in Kneipen auf zwei Geräte zu reduzieren, da dadurch erneut Umsatzeinbußen für die Gastronomen entstehen werden. Außerdem wird die Gefahr einer Spielsucht so nicht bekämpft, vielmehr wird eine Verlagerung des dann unkontrollierten Spiels ins Internet gefördert. Insgesamt wurden 180.000 Unterschriften gesammelt, die im Rahmen der Ministerkonferenz im Dezember in Berlin übergeben werden sollten. Die Annahme der Unterschriftenlisten wurde jedoch verweigert, was ein klares Indiz für die derzeitige unsensible Politikart in Deutschland darstellt.

Der VEBWK verleiht erstmals den Preis „Bayerischer Stammtischbruder“
Im Herbst dieses Jahres wurde das Ehepaar Eser aus Odelzhausen im Rahmen einer gut besuchten Feierstunde mit dem VEBWK-Preis geehrt. Die Medien erschienen zahlreich, Gäste aus Politik und Wirtschaft verfolgten die Ehrung, die mit einer launigen und nachdenklich stimmenden Laudatio des bekannten Journalisten Hannes Burger ihren Höhepunkt fand. Im Fokus dieser Aktion des Vereins stand neben der Honorierung eines verdienten Gastronomen auch die Öffentlichkeitsarbeit des VEBWK. Der Verein weist damit weiterhin auf die Problematik des Wirtshaussterbens in Bayern hin und lässt nicht locker, den verantwortlichen Stellen im Freistaat stets Mahnung zur Vorsicht und Gegensteuerung auszusprechen. Der Preis wird nunmehr jedes Jahr verliehen und soll zu einer festen Institution mit hohem Aufmerksamkeitsfaktor werden. Der Start gilt bereits als besonders gelungen.

VEBWK mit neuem Internetauftritt
In monatelanger intensiver Arbeit wurde eine neue Homepage im Internet des VEBWK geschaffen. Neben stets aktuellen Meldungen und Berichterstattungen über die Arbeit des Vereins wurde auch eine eigene Facebook-Gruppe gegründet. Die Besucherzahlen auf der Homepage konnten dadurch eindrucksvoll gesteigert werden. Der VEBWK ist somit im Web 2.0 angekommen. Besonderen Dank sprechen wir unserem „Webmaster“ und Vorstandsmitglied Bruno Theil aus, sowie unserer Geschäftsführerin Dr. Ursula Zimmermann, die beide erheblichen Anteil an diesem Werdegang haben. Frau Dr. Zimmermann erweist sich zudem als besonders wertvolle und kenntnisreiche Schaltzentrale des VEBWK und der Vorstand ist dankbar, mit ihr die richtige Frau in verantwortungsvoller Position des Vereins gefunden zu haben.

Es gäbe sicher noch mehr aus der Alltagsarbeit des VEBWK in 2011 zu berichten, doch würde das den Rahmen eines Rückblicks sprengen. Die Jahreshauptversammlung im November dieses Jahres zeigte, dass alle Vorgänge des Vereins ordnungsgemäß und in bestem Einvernehmen mit Satzung und Mitgliedererwartung erfüllt wurden. Der Verein besitzt eine hohe Kompetenz, Akzeptanz und auch wirtschaftliche Basis, die für eine wirksame Interessenvertretung für die bayerische Wirtshauskultur erforderlich ist. Unter der Leitung des Vorsitzenden Franz Bergmüller hat sich der Verein weiter entwickelt, gehört in Bayern zu den größten Vereinigungen überhaupt und hat nicht zuletzt dadurch Zugang zu Entscheidern und Gestaltern. Eine wesentliche Grundvoraussetzung für eine erfolgreiche Vereinsarbeit, wie wir meinen.

Nun wünschen wir allen Mitgliedern des VEBWK, allen Freunden und Partnern ein Frohes Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins Neue Jahr. Bleiben Sie gesund, bleiben Sie dem VEBWK gewogen und lassen Sie uns gemeinsam weiter dafür eintreten, dass die bayerische Wirtshauskultur erhalten bleibt.

In diesem Sinne grüßt Sie herzlich

Der Vorstand des VEBWK e.V.