Der Verein zum Erhalt der bayerischen Wirtshauskultur e. V. (VEBWK) begrüßt die Haltung der CSU-Fraktion im Bayerischen Landtag, sich gegen die Einführung einer Hygiene-Ampel auszusprechen. Der Fraktionsvorsitzende Georg Schmid warnt vor einer neuen, modernen Art des Prangers, der seinen Zweck verfehle und stattdessen geeignet ist Existenzen zu vernichten.

Der Vorsitzende des VEBWK Franz Bergmüller pflichtet dem bei: „Gut gemeint aber nicht wirklich durchdacht.“ Es ist völlig richtig strukturelle Schmutzfinken unter den Restaurantbetreibern herauszufiltern. Der Gast erwartet in diesem Fall jedoch eine Schließung des Betriebs und nicht eine farbliche Markierung am Eingang. Verunsicherung ist vorprogrammiert, wenn ein Restaurant dann trotz roter Markierung weiterhin geöffnet hat. Die Ampel kann nur funktionieren, wenn regelmäßige Kontrollen erfolgen. Genau das scheint aber nicht gewährleistet werden zu können. Bei der geringen Anzahl vorhandener Kontrolleure können zwischen den Prüfungen mehrere Jahre liegen. Welche Aussagekraft hat dann aber ein solches System?

Auch sollte nicht übersehen werden, dass Auslöser der letzten großen Lebensmittelskandale nicht die Gastronomie, sondern die Lebensmittelindustrie gewesen ist. Bei Hygieneverstößen in der Gastronomie bietet das vorhandene Recht ausreichend Möglichkeiten Sanktionen zu verhängen – bis hin zur Betriebsschließung. Der aktuelle Vorschlag zur Einführung der Restaurantampel sorgt daher nur scheinbar für Transparenz.