Wie der ADAC berichtet, plant der balearischen Gaststättenverbande auf Mallorca, dass künftig bei einer Reservierung als Sicherheit eine Kreditkartennummer hinterlegt werden muss. Erscheinen die Gäste dann nicht, soll die Kreditkarte pro reserviertem Platz mit 20 Prozent des durchschnittlichen Pro-Kopf-Rechnungsbetrags belastet werden.

Damit soll verhindert werden, dass Gäste einfach ihre Reservierungen verfallen lassen. Der Kunde solle sich verpflichtet fühlen zu erscheinen oder rechtzeitig abzusagen. In diesem Fall werden für den Gast keine Gebühren fällig.

Weil es sich bei den Storno-Kosten um keine staatliche Vorgabe handelt, sind die Restaurants nicht verpflichtet, die Pläne des Gaststättenverbandes umzusetzen. Gästen wird daher geraten, sich bei einer Tisch-Reservierung nach den Regeln zu erkundigen, so der ADAC.

Auch in Bayern hat die Zahl der nicht wahrgenommenen Tischreservierungen zugenommen. Bei der VEBWK Mitgliederversammlung wurde dieses Thema eifrig diskutiert. Betroffen sind nicht nur Gastronomen, sondern auch Musikveranstalter. Dabei passiert es immer häufiger, dass teilweise größere Gruppen reservieren, dann aber nicht kommen und das Lokal bzw. Konzert eigentlich ausreserviert ist. Durch die sog. No shows entstehen den Gastronomen erhebliche Kosten. Da es immer weniger Lokale gibt, konzentrieren sich die Gäste auf die noch verbliebenen, die dann oftmals ausgebucht sind. Umso ärgerlicher und angesichts gestiegener Energie-, Lebensmittel- und Personalkosten teilweise existentiell ist dann das unentschuldigte Ausbleiben des Gastes.

Dass bei den sogenannten „No-Shows“ dem Gastronom generell ein Schadenersatz zusteht, ist unter Juristen unstrittig. Allerdings kommt  auch darauf an, wie genau die Reservierung ausgestaltet war.

Oft bleibt eine nicht durchgeführte Stornierung ohne Folgen, weil der Wirt weder Namen noch Telefonnummer notiert hat. Wird jedoch für eine größere Personenzahl reserviert oder auch noch bestimmte Speisen (z. B. Hochzeit) behält der Wirt den Anspruch des vereinbarten Preises abzüglich seiner ersparten Aufwendungen.

Was kann der Wirt generell tun, um sog. No Shows zu verhindern?

  • Bei Veranstaltungen oder zu Festtagen an denen nur Menüs angeboten werden, lohnt es sich, bei der Reservierung Vorkasse zu nehmen
  • Reservierungen sich noch einmal schriftlich per Email bestätigen lassen oder seinerseits die Reservierung per Email oder SMS bestätigen
  • Bei Reservierung nach der Kreditkartennummer zur Absicherung der Buchung fragen
  • Stornierungsbedingungen in Form von AGB mit dem Gast vereinbaren: Grundsätzlich gilt: Der Gast muss bei Vertragsschluss stets ausdrücklich auf die AGB hingewiesen werden und in zumutbarer Weise von ihrem Inhalt Kenntnis nehmen können. Wie Sie das im Einzelfall umsetzen können, dazu beraten wir Sie gerne persönlich.