Oder: Gleiches Recht doch nicht für alle?

Grundsätzlich gilt auch in Behörden des Freistaates ein Rauchverbot. In Gebäuden und abgeschlossenen Gebäudeteilen mit bis zu 500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern kann jedoch ein Raucherraum eingerichtet werden. In Gebäuden mit mehr als 500 Mitarbeitern können sogar mehrere Raucherräume eingerichtet werden.

Mit der Anzahl der Kollegen steigt also das Bedürfnis dem blauen Dunst zu frönen? Oder warum hängt das Sein oder nicht Sein eines Raucherraums von der Mitarbeiterzahl ab?

Glücklich kann sich daher der Raucher schätzen, der in einer großen Behörde arbeitet. Für alle anderen heißt es: Pech gehabt! Raus in die Kälte!

Ja und dann gibt es noch die Behörden, die zwar zulässigerweise einen Raucherraum einrichten dürften, stattdessen aber lieber im Treppenhaus rauchen lassen. Und nicht nur in einem, nein gleich in dreien. Wahrscheinlich war kein Kämmerlein mehr frei. Autsch! Da hat dann aber einer nicht aufgepasst. Ja wer ist denn nun eigentlich Verantwortlicher für die Einhaltung des Rauchverbots in einer Behörde? Der Behördenleiter. Ja klar, auch der kann seine Augen nicht überall haben und wissen was in seiner Behörde so läuft, es sein denn er wäre in diesem Fall selbst ein Raucher. Ein Wirt kann das übrigens auch nicht. Nur wird dem Behördenleiter im Wiederholungsfall nicht seine Behörde entzogen, dem Wirt seine Konzession aber sehr wohl.

Eine der drei Raucherzonen

Aber wenn doch das Rauchverbot so gut in der Gastronomie klappt, wie kann es dann sein, dass in einer Behörde, die auch noch mit dem Vollzug des Gesundheitsschutzgesetzes betraut ist, die Einhaltung des Rauchverbots nicht funktioniert. Dem Wirt wird abverlangt zu wissen, was genau eine geschlossene Gesellschaft ist, also wann er legal rauchen lassen darf, wenngleich zu diesem Thema diverseste Gerichtsverfahren laufen. Also ist das doch nicht so klar! Kein Wunder, wenn nicht einmal der Chef der Überwachungsbehörde genau weiß wie es funktioniert.

Das hat sich wohl auch ein Münchner Rauchverbotskläger gedacht und Anzeige gegen eben diese Behörde, die ja eigentlich für die Einhaltung des Rauchverbots zuständig ist, erhoben. Wir dürfen gespannt sein, ob dabei etwas herauskommt.

Raucherzone Nummer 2 und es gibt auch eine Nummer 3

Da waren wir dann doch froh, dass wir ganz legal am Rande von Gesprächen im Landtag mit diversen Fraktionen nicht ins Freie mussten, sondern in einem echten Raucherraum rauchen durften. Nur Merkwürdig: Jeder kennt diesen Raum, doch findet man keinen Wegweiser, der einen zu diesem Raum führt. Und hat man sich erst einmal durchgefragt, steht man vor einer weißen Tür ohne dass ein Schild auf diesen Ort des Dunstes hinweist. Späht man jedoch vorsichtig durch diese Tür ist die Überraschung groß: Neben zwei Tischen mit Stühlen verfügt dieser Rauch vorbildlich sogar über eine Raucherkabine.

Franz Bergmüller und Matthias Stuhler vom VEBWK in einer Raucherkabine

Nein, wir wollen dem Landtag nicht seinen Raucherraum nehmen. Nichts liegt uns ferner. Nur: Warum ist das, was in einer Behörde möglich ist, nicht auch in einem Wirtshaus möglich.

Ein Raum, dessen einziger Zweck es ist, dort zu rauchen. Noch lieber wäre uns die geschlossene Gesellschaft. Denn nicht jedes Wirtshaus verfügt über einen zweiten Raum.

So lange Zigaretten an sich nicht verboten sind, muss es doch auch eine Möglichkeit geben diese zu rauchen.

Warum darf im Landtag, in Behörden, im Gebäude des Bayerischen Rundfunks, ja selbst am Flughafen in einem bestimmten Raum geraucht werden. Obwohl, gerade beim Flughafen wird ja damit argumentiert, dass die Transitreisenden keine Möglichkeit haben, an die frische Luft zu kommen. Diese Möglichkeit habe ich als Gast im Wirtshaus schon. Oder zumindest noch! Denn wegen Dauerlärms stehen dem Wirt ja schon die Nachbarn und Behörden auf der Matte.

In diesem Sinne, Ihr VEBWK