Das Saarland wird ab heute zur Modellregion für einen anderen Kurs in der Corona-Pandemie. Es öffnen Außengastronomie, Kinos, Theater, Fitnessstudios und Tennishallen.

Voraussetzung für die Öffnungen ist eine umfassende Teststrategie. Ein negativer Schnelltest darf nicht älter als 24 Stunden sein. Im Freien können sich bis zu zehn Personen treffen, wenn sie negativ getestet worden sind.

In Cafés und Restaurants dürfen auf den Terrassen bis zu fünf Menschen aus zwei Haushalten Platz nehmen, wenn sie ihre Daten angeben und vorher einen Termin gebucht haben. Ein Test ist hierfür nicht nötig. Wenn mehr Menschen zusammensitzen, braucht jeder einen negativen Test. Beim Sport ist auch Kontaktsport wie Fußball nun wieder erlaubt – mit Testzettel.

«Experimente» gebe es keine: Die Öffnungen sind nach dem Beschluss der Regierung in dieser Form nur erlaubt, solange die Sieben-Tage-Inzidenz, also die Zahl der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohnern binnen einer Woche, stabil unter 100 liegt. Steigt die Inzidenz an drei Tagen über 100, greift ein Ampelsystem – mit einer dann ausgeweiteten Testpflicht (gelb) unter anderem für den Einzelhandel. Wenn eine Überlastung des Gesundheitswesen droht, soll die Notbremse (rot) gezogen werden: Die Öffnungen werden kassiert, es folgt ein Lockdown.

Weitere Öffnungsschritte könne es nach dem 18. April gebe, wenn alles positiv verläuft: in der Gastronomie, beim Ehrenamt, in den Schulen.

Auch in Augustusburg bei Chemnitz haben Hotels und Gaststätten in Augustusburg bei Chemnitz wieder für Privatbesucher geöffnet. Möglich macht das ein Modellversuch, der letzten Donnerstag gestartet ist. Bei dem Projekt in der 4500 Einwohner zählenden Stadt müssen sich Gäste und Personal täglich auf das Coronavirus testen lassen. Das Prinzip ist, dass nur negativ getestete und damit nicht infektiöse Menschen aufeinandertreffen. Dazu wurde ein Testzentrum in der Stadt aufgebaut.

Dagegen legt Baden-Württemberg trotz des massiven Interesses der Städte und Kreise mögliche weitere Modellprojekte nach Tübinger Vorbild wegen der steigenden Corona-Zahlen zunächst auf Eis.

Morgen wird der bayerische Ministerrat darüber entscheiden, welche Kommune zu Modellstädten in Sachen Öffnungsstrategie werden soll. Acht davon solle es geben, in jedem Regierungsbezirk eine, wobei Oberbayern aufgrund seiner Größe zwei bekommt.

Wirtschaftsminister Altmaier lädt derweil mehr als 40 Verbände am 8. April zu einem erneuten Wirtschaftsgipfel ein. Im Mittelpunkt stehen Beratungen zur aktuellen Lage der Wirtschaft in der Corona-Krise.