Es scheint um sich zu greifen: eine schier unaufhörliche Welle der Verbote rollt auf die Bürgerinnen und Bürger in Deutschland zu. Ganz speziell engagiert man sich gegen jegliche Art des Rauchens. Während ein Versuch, selbst das genießen von getrocknetem Obst in einer Wasserpfeife zu verbieten, durch richterlichen Spruch verhindert wurde, machen nun neue Prophylaxen die Runde. Aktuell geht die Diskussion um den Gebrauch von sogenannten elektronischen Zigaretten oder Pfeifen. Diese werden mit Akku betrieben, enthalten Liquids (Flüssigkeiten) mit verschiedenen Aromen, die dann verdampft werden. Es gibt diese mit und ohne Nikotin. Diese Form des alternativen Rauchens, besser als Dampfen zu beschreiben, wird bereits seit mehr als sechs Jahren angeboten. Durch die grassierenden Rauchverbote erfreuen sich die E-Zigaretten nun größerer Beliebtheit, was aber sofort die bekannten Nichtraucherschützer auf den Plan gerufen hat.

Man will die elektronischen Zigaretten und deren Füllungen als Medizinprodukt einordnen und somit den Verkauf nur über die Apotheken gestatten. Ein weiterer Eingriff in freie Märkte, könnte man sagen. Denn es gibt keinerlei haltbare Untersuchungen über die Wirkung dieser Produkte. Inwieweit die Gesundheit beeinträchtigt wird, steht nicht fest. Ein Passivrauch-Risiko ist nahezu ausgeschlossen, da der Dampf wohl kaum belästigend wirkt und auch nicht durch Geruch wahrgenommen werden kann. Und dennoch behaupten das DKFZ und deren Leiterin Dr.Martina Pötschke-Langer, dass man trotz fehlender Nachweise – oder gerade weil man nichts weiß – die Produkte aus dem freien Verkauf nehmen müsse. In einem mehr als zweifelhaften „Selbstversuch“ beschreibt Frau Pötschke-Langer „Nachdem in dem Raum zwei E-Zigaretten geraucht worden waren, hatten meine Kollegen und ich Atemwegsreizungen und ein Benommenheitsgefühl.“ Mit solchen Aussagen wird das Prinzip der allgemeinen Verunsicherung ohne Nachweis gefördert. So wurde auch in einer umstrittenen Untersuchung der US-amerikanische FDA im Jahr 2009 angeblich „giftige Substanzen und Krebs erregende Nitrosamine“ nachgewiesen. Schon lange wird gegen diese „Studie“ eingewendet, dass die vorgefundenen Mengen so auch in zahlreichen anderen Produkten nachgewiesen werden können und dies nicht zu einer entsprechenden Warnung seitens der FDA geführt habe.

Nun sind also wieder einmal die Behörden gefragt. Die Verantwortung für Verkaufsgenehmigungen oder Behinderungen liegt derzeit in den einzelnen Regierungsbezirken und hier scheint sich das zu bewahrheiten, was bereits in vielen anderen Fällen unverständlicher Weise angewandt wurde: man denkt erstinstanzlich an Verbote, ohne sich die Mühe zu machen, ordentlich zu recherchieren und zu prüfen. Es scheint vielmehr so, als wenn unsere Verwaltungsbehörden und die Politik insgesamt jede Form der verantwortungsbewussten Arbeit eingestellt haben und durch vorschnell ausgesprochene Verbote in einen Überregulierungswahn gelangt sind. Es ist unglaublich, aber wahr: unser Staat und der tagespolitische Verwaltungsapparat mausert sich zu einer Erziehungs- und Besserungsanstalt seiner ehemals mündigen Bürger. Wie lange wird sich dieser das noch gefallen lassen? Immer mehr Einschnitte in persönliche Freiheiten und Rechte, systematische Existenzvernichtung und Investitionszerschlagung fordern den Protest geradezu heraus. Nicht alles, was einige wenige mittels populistischer Gesundbeterei anprangern, muss auch richtig sein. Wie auch die Rauchverbote insgesamt einen falschen und wenig gerechten Weg verursacht haben. Die Stimmung im Lande wird nicht besser, sondern so wird Unfrieden gestiftet und dem Bürger die Selbstverantwortung abgesprochen. Kein guter Weg in das „Vorwahlkampfjahr 2012“, wie wir meinen.