Die Bundesregierung will morgen zusammen mit den Ländern neue Beschlüsse fassen, um die Ausbreitung des Coronavirus einzugrenzen. Kanzlerin Angela Merkel plant laut einem „Bild“-Bericht eine Art “Lockdown Light”. Dabei sollen Schulen und Kitas außer in Regionen mit katastrophal hohen Corona-Infektionszahlen geöffnet bleiben. Auch Geschäfte dürften demnach mit Einschränkungen geöffnet bleiben. Dagegen wolle Merkel in der Gastronomie und bei Veranstaltungen hart vorgehen: Restaurants und Bars sollten schließen und Veranstaltungen verboten werden.

Der Leiter des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung, Marcel Fratzscher, im Interview mit dem SWR dazu:“ Aus wirtschaftlicher Perspektive wäre es gut zu sagen: Zwei, drei Wochen keine Umsätze – und dann kann es wieder losgehen und dann kann man auch relativ schnell wieder zur Normalität zurückkehren.“

Ja geht’s noch! Was heute gilt, ist morgen schon wieder ein alter Hut. Fast täglich neue Regeln. Grün, gelb, rot, dunkelrot – jetzt auch noch Lockdown Light! Was will man dem Gastgewerbe und der Veranstaltungsbranche noch alles zumuten? Wer soll das überleben? Es sind keine Rücklagen mehr da, um weitere zwei Wochen zu überleben.

Das ganze Ad Absurdum führt dann noch eine aktuelle Einschätzung des RKI

BILDPlus berichtet dazu heute, dass das RKI gestern bei einer vertraulichen Video-Schalte mit Kanzleramtschef Helge Braun und den Staatskanzlei-Chefs der Länder die Einschätzung mitteilte, dass Gaststätten NICHT der Treiber der Pandemie seien. Es gebe keine Anhaltspunkte dafür, dass die Gastronomie das Infektionsgeschehen anheize. Die Einhaltung von Hygiene- und Abstandsregeln in Restaurants und Bars würden mehrheitlich erfolgreich funktionieren.

Gleiches bestätigt auch der Epidemologische Bulletin des RKI vom 17.09.2020

Was heute gilt, ist morgen schon wieder ein alter Hut. Fast täglich neue Regeln. Grün, gelb, rot, dunkelrot – jetzt auch noch Lockdown Light! Was will man dem Gastgewerbe und der Veranstaltungsbranche noch alles zumuten?

Deshalb ein klares NEIN zum geplanten Lockdown in der Gastronomie!

Es mutet hier fast wie Ironie an, dass in so einer Zeit die Gewerkschaften und Arbeitgeber eine Einkommenssteigerung für die Beschäftigten im öffentlichen Dienst vereinbart haben! Nein, wir wollen hier keine Neiddebatte führen. Selbstverständlich haben die Beschäftigten im Gesundheitssektor diese Gehaltserhöhung verdient. Aber es darf auch nicht übersehen werden, dass die Beschäftigten in der Privatwirtschaft – und dazu gehört nicht nur die Gastronomiebranche, Einkommensverluste durch Lockdown, Jobverlust, Insolvenzen und Kurzarbeit hinnehmen muss. Die Beschäftigten im öffentlichen Dienst profitieren aber allesamt von der Gehaltserhöhung – egal, ob Sie während des Lockdowns gearbeitet haben, oder nicht.

Fazit: Das Mindeste sind weitere Soforthilfen und Tilgungszuschüsse durch die Politik; besser wäre aber eine Politik mit Augenmaß, dann würden sich auch die finanziellen Aufwendungen des Staates in einem überschaubaren Rahmen halten.