Während in den meisten anderen Bundesländern die Tanzflächen schon seit Wochen wieder geöffnet sind, dürfen nun auch in Bayern nach mehr als eineinhalb Jahren Clubs und Diskotheken wieder öffnen.

Einen entsprechenden Beschluss hat heute das Bayerische Kabinett im Umlaufverfahren gefasst.

Unter diesen Bedingungen dürfen Diskotheken und Clubs wieder öffnen:

  • Zutritt nur nach der 3G-Regel: Also nur für Geimpfte, Genesene und Getestete. Als Test gilt nur der sichere PCR Test. Ein Schnelltest reicht nicht aus
  • Dies gilt auch für die Beschäftigten mit Kundenkontakt, die sich mindestens zweimal wöchentlich PCRtesten lassen müssen.
  • Laute Musik ist zulässig
  • Tanz ohne Abstand ist zulässig
  • Abgabe von Getränken am Tresen ist wie branchenüblich zulässig.
  • Die Maskenpflicht entfällt.
  • Für konsequente Kontrollen ist zu sorgen.
  • Verstöße werden bußgeldbewehrt.

Das Staatsministerium für Gesundheit und Pflege wird die nötigen Rechtsänderungen vornehmen. Das Rahmenhygienekonzept des Wirtschaftsministeriums schicken wir Ihnen umgehend zu, sobald es uns vorliegt.

Der VEBWK begrüßt diesen längst fälligen Schritt der Öffnung. Wir begrüßen es ausdrücklich, dass auf Maskenpflicht und Abstandsregelungen  verzichtet wurde.  Eine Öffnung der Nachtgastronomie ist auch absolut sinnvoll. Ohne diese Öffnung finden die Ansteckungen weiter im privaten Bereich oder auf unkontrollierten Zusammenkünften statt. Clubs und Diskotheken tragen vielmehr zu einer Entzerrung bei. Die Nachtgastronomie ist unter Hygienebedingungen nicht gefährlicher als eine private Feier!

Dass für einen Testnachweis jedoch nur ein PCR-Test gelten soll, lehnen wir entschieden ab. Ein wirtschaftlicher Betrieb ist so nicht möglich.  Noch immer sind rund 30 % der Diskotheken- und Clubbesucher (Altersgruppe 18-60) nicht geimpft. Niemand ist bereit für den Besuch eines Clubs einen PCR Test für 79-120 € zu machen, was gerade für junge Menschen eine unerschwingliche Summe ist.

Ebenfalls nicht nachvollziehbar ist, warum die Staatsregierung nicht frühzeitig für Klarheit gesorgt hat. Ministerpräsident Söder hatte frühzeitig angekündigt, Clubs und Diskotheken im Oktober wieder zu öffnen. Der Vorlauf für die Verantwortlichen im Nachtleben ist viel zu kurz. Für viele Betriebe ist das wie ein kompletter Neuanfang. Normalerweise braucht es eine Vorlaufzeit von zwei Wochen, bis ein Club wieder öffnen kann. Viele Clubs arbeiten mit Aushilfen, die sich während des Lockdowns anderweitig umschauen mussten, weil es für sie kein Kurzarbeitergeld gab. Vom Personal vor der Pandemie ist in vielen Betrieben nur ca. ein Drittel geblieben. Neues Personal zu finden, ist derzeit aber ein Ding der Unmöglichkeit.