Weil der Name Kunden verärgert hatte, wurde ein Schinken der Metzgerei Boneberger in Schongau jetzt umbenannt. Anstatt als „Zigeunerbraten“ wird die Wurst ab sofort als „Pusztabraten“ verkauft.

Für unseren VEBWK-Vorsitzenden Franz Bergmüller sind derartige Diskussionen unnötig und sinnlos. Der sogenannte „Zigeunerbraten“ ist eine langjährige Spezialität der Metzgerei Boneberger in Schongau. Der Schinken gilt als deftig, mager, saftig, zart und schmeckt nach Knoblauch und Chilli. Laut Inhaber Michael Walk werden wöchtenlich um die 150 kg der Wurst hergestellt. Jetzt häuften sich allerdings die Beschwerden von Kunden bezüglich des „Zigeunerbratens“. Keinesfalls wurde dabei der Geschmack des Schinkens kritisiert, vielmehr missfiel vielen Leuten der „politisch unkorrekte“ Name. „Auf so einen Ärger kann ich verzichten“, äußerte sich Michael Walk dazu. Der Chef der Metzgerei reagierte auf die Empörung der Kunden und benannte die Wurst kurzentschlossen um. Ab sofort liegt in der Auslage kein „Zigeunerbraten“ mehr, stattdessen bezeichnet ein neues Schild die Wurst als „Pusztabraten“. Gleiches Rezept, anderer Name. Auch die „Zigeuner-Kochsalami“ wird bald unter neuer Bezeichnung verkauft werden.

Diese Diskussion um die Bezeichnung empfindet VEBWK-Vorstand und Metzgermeister Franz Bergmüller als „absolut sinnfrei und unwichtig“. „Mittelständische Unternehmen haben wesentlich wichtigere Aufgaben und Sorgen, als sich mit unnötiger ´Sprachkorrektheit´ zu beschäftigen“, „bei dem ´Zigeunerbraten´ handelt es sich um ein traditionelles Produkt der Metzgerei. Schon seit Jahrzehnten wird die Wurst unter diesem Namen verkauft.“ Er fordert daher dringend, die „derzeit ausufernde Über-Regulierung an politischer Korrektheit“ einzudämmen. „Auch das pedantische Pochen auf gendergerechte Sprache stellt mittlerweile lediglich eine Diskriminierung der allgemeinen Bevölkerung dar“, konstatiert Bergmüller, „beim kleinsten Fehler werden Bürger öffentlich diffamiert und als intolerant bezeichnet. Das muss jetzt beendet werden!“