Die Lockerungsdebatte nimmt langsam Fahrt auf. Nachdem Schleswig-Holstein und Niedersachsen mit Stufenplänen vorgeprescht sind, haben jetzt auch der Dehoga Bayern in Kooperation mit dem Dehoga Hessen und Rheinland Pfalz einen Öffnungsplan für das Gastgewerbe vorgelegt.

Der Dehoga Bundesverband hat Leitlinien erarbeitet, die im Vorfeld der Bund-Ländergespräche dem Bundeskanzleramt sowie den Länderchefs zugeleitet werden sollen. Unter dem Motto Gastgewerbe verantwortlich wiederhochfahren werden konkrete Forderungen aufgestellt und detaillierte Antworten auf folgende Themengebiete gegeben:

  1. Maßnahmen zur Pandemiebekämpfung intensivieren
  2. Gastgewerbe in einem Stufenplan zum Re-Start berücksichtigen
  3. Anforderungen an Wiedereröffnungsszenarien definieren
  4. Re-Start konkret: Was ergibt Sinn? Was ist nicht hilfreich?

Diesen Leitfaden können Sie hier einsehen.

Darauf aufbauend hat der Dehoga Bayern einen 4-Stufenplan zur Wiedereröffnung des Gastgewerbes aufgestellt

Den Stufenplan für die Wiedereröffnung der Beherbergungs- und Gastronomiebetriebe finden Sie hier.

Im Gegensatz zu den Vorschlägen des Dehoga Bayern setzt das baden-württembergische Gastgewerbe sich gegen Vorschläge einer nur schrittweisen Öffnung von zurzeit coronabedingt dichtgemachten Hotels, Gaststätten und Kneipen in den kommenden Wochen ein. Stattdessen sollten im Falle einer Lockerung der politischen Vorgaben alle Betriebe öffnen dürfen, sagte der Chef des Südwest-Branchenverbandes Dehoga, Fritz Engelhardt, der «Stuttgarter Zeitung» und den «Stuttgarter Nachrichten» . Im Zweifel solle man lieber noch ein oder zwei Wochen mit Lockerungen warten, um dann guten Gewissens einen Neustart wagen zu können.

Wenn man die Corona-Regeln ändert, sollten wirklich alle Hotels geöffnet werden – und in den Hotels sollten dann auch alle Bereiche, also auch Wellness-Oasen, zugänglich sein», sagte er. Das gelte auch für die Gastronomie. Eine Unterscheidung zwischen gehobener Speisegastronomie und Eckkneipe dürfe es dort nicht geben.

Kommenden Mittwoch beraten die Ministerpräsidentinnen und –präsidenten der Länder zusammen mit der Bundeskanzlerin wie es die kommenden Wochen weitergeht.

Bewertung des VEBWK

Wichtig aus Sicht des VEBWK ist, dass es kein ständiges Hin und Her von Öffnungen und Schließungen gibt. Insbesondere darf es nicht sein, dass bei lokalen Ausbruchsgeschehen, wie in einer Gemeinschaftsunterkunft gleich wieder die gesamte Gastronomie geschlossen wird. Auch geringe Schwankungen im Bereich der Inzidenzgrenzen dürfen nicht überwertet werden. Ziel muss eine dauerhafte Öffnung unter wirtschaftlichen Bedingungen sein. Bis alle Gastronomietypen wieder öffnen dürfen, müssen auch angemessene Entschädigungen gezahlt werden. Der VEBWK fordert nach wie vor eine Öffnung der Gastronomie zum 1. März. Die dann erreichten Inzidenwerte, sollten eine Öffnung vertretbar machen.