Die Bundesregierung hat mit der Nationalen Tourismusstrategie wichtige Weichen gestellt, um den Tourismusstandort Deutschland nachhaltig zu stärken. Der Verein zum Erhalt der bayerischen Wirtshauskultur (VEBWK) begrüßt das gestern beschlossene Papier ausdrücklich und pocht jetzt auf eine zeitnahe Umsetzung der Maßnahmen.
„Die Nationale Tourismusstrategie der Bundesregierung ist ein starkes Signal für das Tourismusland Bayern“, sagt VEBWK-Vorsitzender Franz Bergmüller, „unsere Betriebe brauchen dringend praxistaugliche Rahmenbedingungen und Entlastungen. Mit dem jetzt beschlossenen Maßnahmenpapier setzt der Bund wichtige Impulse.“
Besonders begrüßt der VEBWK dabei die angestrebten Maßnahmen zum Bürokratieabbau und einer Reform des Arbeitszeitengesetzes. „Gerade kleine und mittelständische Unternehmen leiden unter der überbordenden Bürokratie“, weiß Bergmüller, „der Plan der regelmäßigen Praxischecks, weniger Berichtspflichten und das klare Bekenntnis, dass EU-Vorgaben nicht übererfüllt werden sollen, ist ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung, der zeigt, dass sich die Bundesregierung der derzeitige Situation bewusst ist.“
Eine weitere wichtige Maßnahme stellt die Umstellung von einer täglichen auf eine wöchentliche Höchstarbeitszeit dar. „Gerade in der Gastronomie brauchen unsere Betriebe diese Flexibilität, um auf Nachfrageschwankungen reagieren zu können“, erklärt Bergmüller, „diese Umstellung ist nicht nur im Sinne der Betreiber, sondern auch der Mitarbeiter. Für Bedienungen lohnt es sich, bei größeren Veranstaltungen, beispielsweise Hochzeiten oder Geburtstagsfeiern, einen Tag auch mal ein paar Stunden länger zu arbeiten und dafür einen zusätzlichen freien Tag unter der Woche zu bekommen.“ Das schafft Fairness, Planbarkeit und neue Spielräume für beide Seiten.
Trotz der positiven Grundausrichtung mahnt der VEBWK zur Vorsicht: „Strategie ist das eine – spürbare Entlastung im Alltag das andere“, erklärt Geschäftsführerin Barbara Ritter, „unsere Betriebe – vom Landgasthof bis zur kleinen Innenstadt-Kneipe – brauchen jetzt Planungssicherheit. Die vorgestellten Maßnahmen müssen jetzt schnell und unbürokratisch umgesetzt werden.“
Wichtig sei dabei, die Umsetzung konsequent an den Bedürfnissen der kleinen und mittleren Betriebe auszurichten. Sie machen einen Großteil der Tourismuswirtschaft aus und prägen vielerorts das Bild von Gastfreundschaft und regionaler Identität.
„Die Nationale Tourismusstrategie geht in die richtige Richtung“, so Bergmüller, „Jetzt muss die Bundesregierung zeigen, dass sie es ernst meint: Mit Tempo, mit Augenmaß und mit echtem Verständnis für die Realität in unseren Betrieben. Dann wird die Strategie zum echten Impuls für die Wirtshauskultur und den Tourismus in Bayern.“
Das Strategiepapier kann hier eingesehen werden.