26 Apr 2021

Noch steht nicht fest, wann Restaurants wieder öffnen dürfen. Doch eine Sache ist jetzt schon sicher: Gäste müssen auch in Zukunft wieder ihre Kontaktdaten hinterlassen, damit Gesundheitsämter mögliche Corona-Infektionsketten nachvollziehen können. Mit der Zettelwirtschaft, die man noch im vergangenen Jahr erlebt hat, soll nun endgültig Schluss sein. Das Kontaktverfolgungssystem hat in den vergangenen Monaten nur mäßig funktioniert. Oft saßen „Donald Duck“ oder „Micky Maus“ am Gästetisch. Denn die Wirte waren für die Angaben der Gäste rechtlich nicht verantwortlich und durften auch nicht die Personalien kontrollieren. Dieses Recht haben nur das Ordnungsamt und die Polizei.

Die Zukunft sind daher digitale Lösungen.

Doch der Markt ist unübersichtlich. Allein in Deutschland gibt es zahlreiche Plattformen, die einen Check-in per QR-Code anbieten.

Gemeinsamkeiten der verschiedenen Apps

Was allen Apps gemeinsam ist: Veranstalter oder Gastgeber generieren mit der App einen QR-Code, den Besucher scannen und sich somit einchecken. Wird später ein Gast positiv getestet und gibt dies in der Corona-Warn-App des Bundes an, wird das in der Risikoberechnung aller anderen registrierten Besucherinnen und Besucher einberechnet. Wenn ein bestimmter Schwellenwert überschritten wird, erhalten sie eine Warnung.

Luca-App (Quelle: Dehoga Bayern)

Die in den Medien gehypte Luca App dient der digitalen Erfassung und Nachverfolgung von Kontaktdaten. Nutzer registrieren sich mit persönlichen Daten wie Name, Adresse und Telefonnummer. Die App verschlüsselt die persönlichen Daten und erstellt temporäre QR-Codes. Bei jedem Besuch eines gastgewerblichen Betriebs wird vor Ort entweder der QR-Code des Gastes gescannt oder dieser muss einen QR-Code des Betriebes scannen. Beim Verlassen des Betriebes wird man automatisch ausgecheckt, wenn man einen vordefinierten Radius verlässt. Im Falle einer Infektion kann das Gesundheitsamt alle anwesenden Personen zurückverfolgen und benachrichtigen, welche die App nutzen.

Darüber hinaus verfügt die App über eine persönliche Kontakt- und Besuchshistorie, mit der man private Treffen dokumentieren kann. Ein privates Treffen wird in der App erstellt. Wenn Freunde und Familie den so generierten QR-Code mit ihrer Luca App einscannen, wird das Treffen in der Historie vermerkt.

Die Luca-App ist im Gegensatz zur Corona Warn App also explizit für die Kontaktverfolgung gedacht.

Was kann die Luca-App nicht?

  • Validierung des Test- und Impfstatus des Gastes
  • Click & Meet-Funktion
  • Zuordenbarkeit der Gäste bis auf Sitzplatzebene
  • Individualisierbarkeit z. B. mit Betriebslogo oder Speisekarten

 Corona Warn App

Alle Daten und Übermittlungen in der Corona Warn-App sind pseudonym und können einzelnen Personen nicht zugeordnet werden. Das ist aus Sicht von Datenschützern der zu bevorzugende Ansatz, ermöglicht aber nicht eine automatische Übermittlung etwa von Namen und Telefonnummer zur Kontaktnachverfolgung von möglicherweise Infizierten an die Gesundheitsämter.

Genau das aber fordern die Bundesländern von Veranstaltern und Gastronomen. Diese müssten daher parallel weiter Kontaktlisten pflegen – ob per App oder auf Papier. Der Einsatz der Check-in-Funktion der Corona-Warn-App ist daher eher für den privaten Bereich vorgesehen, schreibt etwa Spiegel Online.

 Alternativen zur Luca-App

Derzeit gibt es auf dem Markt ca. 50 verschiedene Anbieter (Übersicht), darunter z. B. die „Darf ich rein“ App, welche die Kontaktnachverfolgung ermöglichen.

Wenn die Restaurants wieder geöffnet werden, ist ein Besuch aller Voraussicht nach zunächst nur mit negativem Schnelltest oder Impfnachweis möglich.

Das kann aber nur reibungslos funktionieren, wenn

  • Schnelltestergebnisse und Impfstatus mit verifizierten Kontaktdaten via verschlüsselten QR-Code digital vorhanden und abrufbar sind
  • Daten von negativ getesteten oder geimpften Gästen im Rahmen der vorgeschriebenen Gästeregistrierung digital in die Kontaktdatenerfassung übernommen werden können
  • offene Schnittstellen zu den Gesundheitsämtern bestehen

In einem Schaubild hat die vbw in einem Modellprojet veranschaulicht, wie der Check In z. B. mit der „Darf ich rein“ App funktioniert.

Sie sollten sich in jedem Fall frühzeitig damit auseinandersetzen, auf welche App Sie künftig setzen.