19 Jan 2021

Es wird zwischen einer allgemeinen Maskenpflicht (Mund-Nasen-Bedeckung) und einer speziellen FFP2-Maskenpflicht unterschieden.


FFP2 Masken
Wo gilt die Pflicht?
    • für die Fahrgäste im öffentlichen Personennahverkehr und den hierzu gehörenden Einrichtungen (Haltestellen) sowie für die Schülerbeförderung im freigestellten Schülerverkehr;
    • für die Kunden und ihre Begleitpersonen in Ladengeschäften mit Kundenverkehr (z.B. Banken und Tankstellen) und bei der Abholung von vorbestellter Waren in Ladengeschäften (Click&Collect): konkret in den Verkaufsräumen, auf dem Verkaufsgelände, in den Eingangs- und Warteflächen vor den Verkaufsräumen und auf den zugehörigen Parkplätzen;
    • für die Patienten in Arzt- und Zahnarztpraxen und allen sonstigen Praxen, in denen medizinische, therapeutische und pflegerische Leistungen erbracht werden oder medizinisch notwendige Behandlungen angeboten werden, mit der Ausnahme, dass die FFP2-Maske ausnahmsweise nicht getragen werden muss, wenn die Art der Leistung dies nicht zu lässt (z.B. Zahnbehandlung);
    • für die Besucher in Altenheimen, Seniorenresidenzen sowie Pflege- und Behinderteneinrichtungen u.a.
    • Auch bei der Abholung mitnahmefähiger Speisen und Getränke bei einem Gastronomiebetrieb als Dienstleitungsbetrieb mit Kundenverkehr gilt eine FFP2-Maskenpflicht für Kunden. Für das Personal ist weiterhin eine Mund-Nasen-Bedeckung ausreichend.
Ab wann gilt die Pflicht?

ab 18. Januar 2021

Wer ist von der FFP2 Maskenpflicht ausgenommen?
  • Personal im Einzelhandel/Handel/Gastronomie etc.
  • Kinder bis einschließlich 14 Jahre
  • Personen, die glaubhaft machen können, dass ihnen das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung aufgrund einer Behinderung oder aus gesundheitlichen Gründen nicht möglich oder unzumutbar ist.
Ich bin bereits gegen Covid 19 geimpft. Muss ich auch eine FFP2 Maske tragen?

Ja, die FFP2 Maskenpflicht gilt auch für Geimpfte.

Darf ich anstatt einer FFP2 Maske eine andere Maske mit vergleichbarer Schutzwirkung tragen?

Ja, das ist erlaubt. Eine der FFP2 Maske vergleichbare Schutzwirkung haben etwa Masken mit der Kennzeichnung KN 95 und N 95.

Woran erkenne ich eine echte FFP2 Maske?

Echte FFP2-Masken müssen seit Oktober 2020 ein CE-Kennzeichnung haben. Zu einer vollständigen CE-Kennzeichnung gehört zwingend der Aufdruck der vierstelligen Ziffer der prüfenden Stelle im Zusammenhang mit dem „CE“ Zeichen. Anhand dieser Ziffer kann z.B. über die „Nando“-Datenbank der Europäischen Kommission geprüft werden ob diese Benannte Stelle überhaupt Persönliche Schutzausrüstung (PSA) überprüfen darf. Diese Benannten Stellen sind über ganz Europa verteilt. Dem Hersteller steht es frei zu wählen, mit welcher Stelle er zusammenarbeitet.

Zur „Nando“-Datenbank

Zusätzlich müssen auch die Nummer und das Veröffentlichungsjahr der Europäischen Norm auf der Maske abgedruckt sein. Auch Herstellername/Marke und die Anschrift sollten auf der Verpackung der Maske stehen. 

Wiederverwendung / Aufbereitung von FFP2 Masken

Dazu schreibt das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte:
Grundsätzlich sind FFP-Masken vom Hersteller als Einmalprodukte und nicht zur Wiederverwendung vorgesehen. Dennoch werden diese Masken im Privatbereich im Alltag oft mehrfach, sogar an mehreren aufeinanderfolgenden Tagen verwendet.

Ein Forschungsprojekt an der Fachhochschule Münster und der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster zur Mehrfachverwendung von FFP“ Masken kommt zu folgendem Ergebnis:

7 Tage Trocknen bei Raumluft

Nach 7 Tagen Aufbewahrung konnte die Menge der infektiösen Coronaviren (SARS-CoV-2) auf und in den Masken auf ein akzeptables Maß verringert werden

Desinfektion im Backofen

Bei der alternativ beschriebenen Desinfektion im Backofen bei 80 Grad (1 Stunde) wird das Coronavirus unter den im Flyer erläuterten Bedingungen sogar nahezu vollständig inaktiviert. Beide Verfahren führten in den Untersuchungen weder zu einem nennenswerten Verlust der Filterleistung noch zu einer Veränderung der Maske, die diese unbrauchbar machen würde. Bei beiden Verfahren ist es außerordentlich wichtig, genau den im Flyer beschriebenen Anweisungen zu folgen.

Die im Forschungsprojekt entwickelten und im Informationsflyer der Fachhochschule Münster und der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster beschriebenen Verfahren sind nach derzeitigem Kenntnistand grundsätzlich dazu geeignet, das Infektionsrisiko bei einer Wiederverwendung von FFP2-Masken im Privatgebrauch deutlich zu reduzieren. Gleichwohl ist darauf hinzuweisen, dass die im Flyer vorgestellten Verfahren keine Garantie für einen sicheren Infektionsschutz bieten können und entsprechende Masken, sofern möglich, auch im Privatgebrauch immer nur nach den Vorgaben des Herstellers angewendet werden sollten.

Keine geeigneten Aufbereitungsmethoden

FFP2-Masken dürfen nicht in der Mikrowelle, der Wasch- oder Spülmaschine oder mit UV-Licht aufbereitet werden. Während UV-Licht i.d.R. nur an der Oberfläche wirkt, können die mechanische Belastung und die Belastung mit Reinigungsmitteln in der Wasch- oder Spülmaschine die Masken beschädigen und die Filterwirkung herabsetzen. In der Mikrowelle werden keine gleichmäßigen Temperaturen erreicht, sodass die Temperatur an einigen Stellen der Maske zu niedrig und damit unwirksam und an anderen Stellen zu hoch sein kann, was die Maske wiederum beschädigen kann.

Wo kann ich FFP2 Masken kaufen?

In Apotheken, Drogerien und im Internet.

VEBWK Mitglieder können unter Nennung ihrer Mitgliedsnummer zertifizierte FFP2 Masken bei der BavaRoi GmbH kostengünstig bestellen. Eine Bestellung ist nicht nur für Wirte, sondern auch für Gastmitglieder möglich. Die Versandkosten sind inklusive. Achtung Gastmitglieder! Es handelt sich um Nettopreise.

Hier geht es zum Angebot für VEBWK Mitglieder

 

Weitere Bezugsquellen für zertifizierte Masken:

https://shop.heller-medizintechnik.de/corona-schutzausruestung/?p=1

www.siegmund.care

https://www.1a-medizintechnik.de/produkte/hygiene/mundschutz/


Mund-Nasen-Bedeckung (Community-Masken; medizinischer Mund-Nasen-Schutz)
Wo gilt die Pflicht?
    • auf von den zuständigen Behörden festzulegenden zentralen Begegnungsflächen in Innenstädten oder sonstigen öffentlichen Orten unter freiem Himmel, an denen sich Menschen entweder auf engem Raum oder nicht nur vorübergehend aufhalten.
    • in öffentlichen Personenfernverkehr (z.B. auch Flugverkehr) und den hierzu gehörenden Einrichtungen für die Fahr- und Fluggäste sowie für das Kontroll- und Servicepersonal, soweit es in Kontakt mit Fahr-  und Fluggästen kommt.
    • in zulässigen Dienstleistungsbetrieben: In den Verkaufsräumen, auf dem Verkaufsgelände, in den Eingangs- und Warteflächen vor den Verkaufsräumen und auf den zugehörigen Parkplätzen gilt für das Personal, die Kunden und ihre Begleitpersonen in Betrieben des Groß- und Einzelhandels mit Kundenverkehr sowie in Einkaufszentren und für Verkaufsstellen auf Märkten unter freiem Himmel die Maskenpflicht.
    • Für das Personal in Ladengeschäften in den Verkaufsräumen, auf dem Verkaufsgelände, in den Eingangs- und Warteflächen vor den Verkaufsräumen und auf den zugehörigen Parkplätzen; soweit in Kassen- und Thekenbereichen von Ladengeschäften durch transparente oder sonst geeignete Schutzwände ein zuverlässiger Infektionsschutz gewährleistet ist, entfällt die Maskenpflicht für das Personal.
    • auf den Begegnungs- und Verkehrsflächen einschließlich der Fahrstühle von öffentlichen Gebäuden,
    • auf den Begegnungs- und Verkehrsflächen der Arbeitsstätte, insbesondere in Fahrstühlen, Fluren, Kantinen und Eingängen,
    • am Arbeitsplatz, soweit der Mindestabstand von 1,5 m nicht zuverlässig eingehalten werden kann,
    • in Kirchen, Synagogen und Moscheen etc.,
    • in Schulen: Auf dem Schulgelände besteht Maskenpflicht.
    • an Hochschulen bei praktischen und künstlerischen Ausbildungsabschnitten sowie bei Veranstaltungen, die besondere Labor- oder Arbeitsräume an den Hochschulen erfordern.
    • in Erste-Hilfe-Kursen und der Ausbildung von ehrenamtlichen Angehörigen der Feuerwehr, des Rettungsdienstes und des Technischen Hilfswerks
    • für den praktischen Fahrschulunterricht und für praktische Fahrprüfungen,
    • Versammlungen nach dem Bayerischen Versammlungsgesetz unter freiem Himmel (z.B. Demonstrationen), in der Regel ab einer Teilnehmerzahl von 200 Personen.
    • bei notwendigen Beherbergungen für das Personal im Servicebereich oder in Bereichen, in denen ein Mindestabstand von 1,5 m nicht eingehalten werden kann, sowie für die Gäste, solange sie sich nicht am Tisch des Restaurantbereichs oder in ihrer Wohneinheit befinden.

Die Landratsämter und kreisfreien Städte können darüberhinausgehende Anordnungen zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung erlassen.

Gesichtsvisiere / Faceshields statt Mund-Nasen-Bedeckung?

Visier-Schutzmasken sind nicht zur Verhinderung der Virenausbreitung geeignet und erfüllen nicht die Anforderungen des Infektionsschutzes. Sie dürfen zwar genutzt werden, können aber lediglich ergänzend zur Mund-Nasen-Bedeckung verwendet werden.

Zu den Klarsichtmasken vertritt Bayerische Gesundheitsministerium folgende Auffassung: „Klarsichtmasken aus Kunststoff, auch wenn sie eng anliegen, entsprechen diesen Vorgaben an eine Mund-Nasen-Bedeckung regelmäßig nicht und sind den Visieren damit quasi gleichgestellt.“
De Facto sind Klarsichtmasken damit verboten.
 

Maske und Auto fahren

Ist der Fahrer alleine im Auto (Kfz) unterwegs, muss er keine Mund-Nasen-Bedeckung tragen.

Sollten in seltenen Ausnahmefällen (z.B. bei einer gemeinsamen Fahrt mit Arbeitskollegen) zusätzlich zum Fahrer noch weitere haushaltsfremde Personen im Auto sein, wird das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung empfohlen.

In diesem Fall hat der Fahrer darauf zu achten, dass er sein Gesicht nur so verhüllt, dass er weiterhin erkennbar ist, insbesondere müssen die Augen noch erkennbar sein.


Befreiungen von der Tragepflicht, die in jedem Bereich gelten:
  • Kinder sind bis zum sechsten Geburtstag von der Tragepflicht befreit.
  • Personen, die glaubhaft machen können, dass ihnen das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung aufgrund einer Behinderung, aus gesundheitlichen Gründen nicht möglich oder unzumutbar ist, sind von der Trageverpflichtung befreit. Für die Glaubhaftmachung ist nicht zwingend ein ärztliches Attest nötig.
  • Das Abnehmen der Maske ist zulässig, solange es zu Identifikationszwecken oder zur Kommunikation mit Menschen mit Hörbehinderung oder aus sonstigen zwingenden Gründen erforderlich ist.
  • Für Dienstleistungsbetriebe mit Kundenverkehr entfällt die Maskenpflicht für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, soweit durch transparente oder sonst geeignete Schutzwände ein zuverlässiger Infektionsschutz gewährleistet ist oder die Art der Dienstleistung sie nicht zulässt.
  • In Arzt- und Zahnarztpraxen und allen sonstigen Praxen, in denen medizinische, therapeutische und pflegerische Leistungen erbracht werden, entfällt die Maskenpflicht, soweit die Art der Leistung sie nicht zulässt.

Bußgeld bei Verstößen gegen die Maskenpflicht

Bei Nichteinhaltung der „Maskenpflicht“ muss mit einem Bußgeld gerechnet werden! Nach dem ⇒ Bußgeldkatalog des Bayerischen Gesundheitsministeriums ist bei Verstößen ein Bußgeld in Höhe von 250 Euro vorgesehen.