26 Okt 2018

Im Frühjahr 2018 sorgte die Anzeige eines Unbekannten gegen den Veranstalter eines Watten-Turniers in der Oberpfalz für große Aufregung.

Was war passiert?

Der Veranstalter hatte — wie üblich — einen Geldpreis für den Sieger ausgelobt und eine Teilnahmegebühr verlangt.

Rechtliche Bewertung

Das aber stellt illegales Glücksspiel dar. Nach der gesetzlichen Definition liegt dann ein Glücksspiel vor, wenn im Rahmen eines Spiels für den Erwerb einer Gewinnchance ein Entgelt verlangt wird und die Entscheidung über den Gewinn ganz oder überwiegend vom Zufall abhängt. Beim Watten ist anerkannt, dass die Geschicklichkeit des Spielers nur eine untergeordnete Rolle spielt, weswegen grundsätzlich ein Glücksspiel vorliegt. Entscheidend für die Glücksspieleigenschaft von Watten ist damit, ob ein Entgelt für die Spielteilnahme verlangt wird. Sofern dagegen nur ein Unkostenbeitrag verlangt wird, der ausschließlich dazu dient die Unkosten des Turnierveranstalters z. B. Saalmiete abzudecken und aus dem Unkostenbeitrag keine Gewinne finanziert werden, handelt es sich beim Watten-Turnier nicht um illegales Glücksspiel.

Fazit:

Sofern bei einem Watten-Turnier für das nur Unkostenbeiträge erhoben werden lediglich Sachpreise in einem überschaubaren Umfang ausgelobt werden, ist das erlaubt.

Unser Standpunkt:

Watten ist ein Gesellschaftsspiel — ein urbayerisches Kulturgut, das nicht mit anderen Glücksspielarten gleichgesetzt werden kann und außerdem tief in der bayerischen Wirtshauskultur verankert ist.

Wir fordern eine Duldung von Watten-Turnieren, die sich in einem herkömmlichen Rahmen bewegen. Dies ist dann der Fall, wenn

  • Es sich um keine gewerbsmäßig durchgeführte Veranstaltung mit nachhaltiger Gewinnerzielungsabsicht für den Veranstalter handelt
  • Es sich nicht um regelmäßig wiederkehrende mit geringem zeitlichen Abstand durchgeführte Veranstaltungen handelt
  • Sich die ausgelobten Geldpreise für den Erstplatzierten bis 300 €, für den Zweitplatzierten bis 150 € und für den Drittplatzierten bis 75 € oder vergleichbare Sachpreise bewegen.
  • Der Spieleinsatz auf 10 € gedeckelt ist.

Von einer solchen Regelung wären ca. 90 % aller in der Vergangenheit stattgefundenen Watter-Turniere abgedeckt und rechtlich abgesichert.